Rund jeder Zweite mit starkem Übergewicht erkrankt früher oder später an Typ 2 Diabetes. Für die Entstehung der Zuckerkrankheit werden immer häufiger entzündliche Mechanismen diskutiert. Denn das Fettgewebe setzt eine Reihe von Botenstoffen frei, die Entzündung fördern.
Etwa jeder zweite Deutsche gilt als zu dick. Doch sind ein paar Pfunde mehr auf der Waage wirklich so schädlich? Und wer legt eigentlich fest, was normal, dick oder dünn ist?
Unter dem JoJo-Effekt versteht man die Beobachtung, dass nach einer Reduktionsdiät das Körpergewicht schnell wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrt und sogar darüber hinaus ansteigt.
Unter Insulinresistenz versteht man den Zustand einer verminderten Insulinwirkung am Zielorgan, z.B. in Leber, Muskel oder Fettgewebe.
Der Typ-2-Diabetiker produziert zwar genug Insulin, das Hormon wirkt jedoch nicht richtig und wird von den Zellen der Bauchspeicheldrüse nur unzureichend freigesetzt. Bei entsprechender Veranlagung wird die verringerte Insulinwirkung durch eine zu kalorienreiche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht verstärkt.
In Deutschland ist Übergewicht weit verbreitet. Stark ausgeprägtes Übergewicht wird als Adipositas oder Fettsucht bezeichnet. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger ist übergewichtig, etwa 20 Prozent gelten als adipös, und 1-2 Prozent werden als extrem adipös eingestuft. Zu hohes Körpergewicht erhöht das Risiko für bestimmte Erkrankungen. Dazu zählen Diabetes Typ 2, koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Gicht, Gallensteine, degenerativen Skeletterkrankungen und verschiedene Krebsarten. Ab einem Body-Mass-Index (BMI) (s.u.) von über 30, das heißt bei adipösen Menschen, nimmt zudem die Lebenserwartung deutlich ab.
Sport und Sportmedizin besitzen für unsere Gesellschaft die wichtige Aufgabe, die Prävention chronisch degenerativer Erkrankungen voranzutreiben, um darüber die mit hohen Kosten verbundene Morbidität im späten Erwachsenenalter zu begrenzen. Unabhängig vom Lebensalter sollte so mit angebotenen Aktivprogrammen das Ziel verknüpft sein, den Lebensstil bei Verbesserung der körperlichen und metabolischen Fitneß in Richtung auf eine gesunde, d. h. risikoarme Lebensweise zu verändern.
Das Körpergewicht hängt von der sozialen Schicht und dem Bildungsstand ab. Übergewicht ist bei Personen von geringerem sozialen Ansehen und Bildungsgrad besonders verbreitet. Bei feinen Damen ist eine Adipositas verpönt; dementsprechend ist der Anteil von adipösen Frauen, die abnehmen wollen, mehrfach so hoch wie der der Männer.
Epidemiologie - Genetische Aspekte - Soziokulturelle Hintergründe - Kosten der Adipositas - Ansätze zur Vermeidung und Therapie des Übergewichts
Die Entstehung von Übergewicht ist komplex und schwierig zu eruieren, wenngleich es in den letzten Jahren hierzu viele wegweisende Erkenntnisse gab. Bei der Ätiologie der Adipositas geht es nicht nur um die Frage, ob genetische oder verhaltensbedingte Faktoren im Vordergrund stehen, sondern auch darum, ob eine erhöhte Energieaufnahme oder ein verminderter Energieverbrauch vorliegen. Schließlich gibt es noch sekundäre Ursachen für eine übermäßige Gewichtszunahme bei Krankheiten und durch Pharmaka.
Übergewicht ist in den Industrienationen weit verbreitet - etwa 43 Prozent aller Bundesbürger liegen über dem Normalgewicht. Auch wenn nicht all diese Menschen eine Abmagerungskur machen müssen, ab einem bestimmten Gewicht werden die überflüssigen Pfunde zu einem echten Problem für die Gesundheit. Wer erfolgreich und dauerhaft Gewicht verliert, lebt nicht nur länger als Übergewichtige, sondern erlangt auch mehr Lebensqualität.
Die Ursache für die Entstehung von Übergewicht wird im allgemeinen im menschlichen Verhalten gesucht - insbesondere in einer übermäßigen Zufuhr an Nahrungsenergie. Daher konzentrieren sich die meisten Therapieansätze darauf, die Ernährungsgewohnheiten der Betroffenen zu ändern. Die Widerstandsfähigkeit der Adipositas gegenüber einer solchen Therapie läßt Zweifel aufkommen, daß der Ursprung allein im Verhalten liegt. In den letzten Jahren sind daher bei der Erforschung der Ursachen insbesondere genetische Aspekte in den Mittelpunkt des Interesses gerückt.
Fasten ist nicht hungern und mehr als abnehmen. Fasten ist der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung für eine begrenzte Zeit, der von Bewegung, Entspannung und geistiger Regeneration begleitet wird. Aus den ursprünglich religiösen Wurzeln des Fastens ist mittlerweile eine breite Bewegung geworden. Viele fasten heute wieder im Urlaub, im Alltag oder in Kliniken.
Die Fettzellen am Bauch sind wesentlich stoffwechselaktiver als diejenigen an Oberschenkeln und Gesäß. Sie setzen mehr Fettsäuren frei und erhöhen so das Risiko für Fettstoffwechselstörungen und Herzinfarkt.