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Keine Hungerbremse bei Insulinresistenz

Insulin ist nicht nur an der Regulation des Blutzuckerspiegels beteiligt, sondern spielt auch eine Rolle im Belohnungssystem. So dämpft es im Gehirn die Lust auf hochkalorische Lebensmittel und sorgt dafür, dass es nicht zum „Überessen“ kommt. Dass dieser Mechanismus bei Insulinresistenz nicht greift, konnten Forscher erstmals direkt bei Menschen nachweisen.

wissenschaft aktuell

Dazu untersuchten Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf in einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblind-Crossover-Studie die Reaktion von 48 normal- bis übergewichtigen Probanden auf Insulin; einige wiesen bereits eine Insulinresistenz auf. Damit bei jedem Insulin im Gehirn ankommt, wurde es ihnen in Form eines Nasensprays zugeführt. Die Hirnaktivität der Studienteilnehmer wurde mittels Kernspintomografie gemessen, während sie Bilder von Lebensmitteln wie Schokolade und Gegenständen nach ihren Vorlieben bewerteten. Es zeigte sich, dass Insulin bei Probanden mit normaler Insulinsensitivität den Belohnungsreiz hemmt und die Vorliebe für Lebensmittel tatsächlich abnimmt. Bei denjenigen mit Insulinresistenz war dagegen kein solcher Effekt zu beobachten. Das heißt, die Lust auf Essen bleibt bestehen, was krankhaftes Essverhalten begünstigt. Wer eine beginnende Insulinresistenz zeigt, sollte folglich seine Ernährung genau im Blick behalten.

Quelle: Bansner J. UGBforum 5/17, S. 251

Literatur:
Tiedemann LJ et al (2017). Central insulin modulates food valuation via mesolimbic pathways. DOI: 10.1038/incomms16052



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