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Schmecken Senioren weniger?

Studienergebnisse weisen darauf hin, dass bei älteren Menschen die Geschmacksempfindung vor allem für Salz abnimmt. Bei Männern zeigt sich der Verlust ausgeprägter.

Die Empfindungen für die verschiedenen Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter und umami werden durch das Altern vermutlich unterschiedlich stark beeinflusst. Der Hauptgrund für das veränderte Schmecken ist die Abnahme der Geschmacksknospen. Während ein Säugling noch rund 10.000 Geschmacksknospen hat, sind es beim Erwachsenen nur noch etwa 5000; die Zahl kann sich bis auf 900 vermindern. Die meisten Studien kommen zu dem Ergebnis, dass mit zunehmendem Alter vor allem die Empfindung für salzig nachlässt. Eine niederländische Forschergruppe zeigte, dass 60- bis 75-jährige Männer eine fast doppelte so hohe Konzentration an Salz brauchen, um es in wässriger Lösung zu schmecken, als gleichaltrige Frauen. Junge Erwachsene erkennen den Salzgeschmack bereits bei rund einem Drittel der Dosis. Bei den übrigen Geschmackskomponenten konnte die niederländische Studie jedoch keinen Unterschied nachweisen. Andere Autoren berichten aber, dass mit zunehmendem Alter saure und bittere Geschmackskomponenten besser wahrgenommen werden und über salzig und süß dominieren. Daraus resultiert vermutlich, dass per se leicht saure bzw. bittere Speisen wie Obst, Gemüse oder Kräuter immer weniger beliebt sind und Senioren eher zu Süßem und Salzigem greifen.

Neben den Alterungsprozessen der sensorischen Organe verändert sich möglicherweise auch die nervale Erregungsleitung und/oder die Verarbeitung der Signale im Gehirn. Auch verschiedene Medikamente können den Geschmackssinn beeinträchtigen, z. B. ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck. Nicht zuletzt gehen zahlreiche innere Erkrankungen, die sich im Alter häufen, mit Riech- und Schmeckstörungen einher. Damit die Lebensmittelauswahl durch die Geschmacksveränderungen nicht zu einseitig wird, sollte der Speiseplan stets abwechslungsreich und mit großer Geschmacksvielfalt zusammengestellt sein.

Literaturangaben:

BKK. Geschmacksveränderung und Geschmacksverlust. Diagnose – Therapie – Vorbeugung. curania.de/news/news_detail.jsp?primaryKey=146 (eingesehen am 07.04.2005)

KLIMEK L, MOLL B, KOBAL G. Riech- und Schmeckstörungen im Alter. Deutsches Ärzteblatt 97 (14), A911-A918, 2000

MOJET J, CHRIST-HAZELHOF E, HEIDEMA J. Taste perception with age: generic or specific losses in treshold sensitivity to the five basic tastants? Chem Senses 26, 845-860, 2001

MOJET J, HEIDEMA J, CHRIST-HAZELHOF E. Taste perception with age: generic or specific losses in supra-treshold intensities of five taste qualities? Chem Senses 28, 397-413, 2003

N.N. Geschmacksstörungen im Alter – Ursachen und Folgen. www.nutrisenior.de (eingesehen am 17.05.2005)

Stand: 2005

Weitere Informationen finden Sie hier:
Mit allen Sinnen genießen – Sensorik und Gourmetküche
Ernährung für Senioren – Theorie und Praxis



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