Interview: Besser regional statt global?

Während der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach regionalen Produkten gestiegen. Liegt darin die Chance, die Lebensmittelversorgung durch regionalere Netzwerke nachhaltiger zu gestalten? Antwort geben der Direktor des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) Prof. Frank Ewert und Agraringenieurin Dr. Annette Piorr.

Seit einigen Jahren gibt es Bemühungen, durch die Verkürzung von Lieferketten eine nachhaltigere Lebensmittelversorgung zu gestalten. Eine Forderung, die auch im Zuge der Corona-Pandemie wieder intensiver diskutiert wird.

Prof. Ewert: Ja, ein gutes Beispiel hierfür ist der Bereich des Frischgemüses, von dem wir ja einen großen Anteil aus dem europäischen Ausland importieren. Um die Nahrungsversorgung aus der Nachhaltigkeitsperspektive zu bewerten, muss man sich diese Lieferketten sehr genau und mit Blick auf die Auswirkungen auf das gesamte Versorgungssystem ansehen. Wenn wir Lieferketten verkürzen, also mehr auf regional erzeugte Produkte setzen, können wir Transportkosten und Ressourcen einsparen. Wenn ich dadurch aber nun Gewächshäuser betreiben muss, was ich in südlichen Regionen nicht müsste, könnten die eingesparten Transportkosten durch den erhöhten Energieaufwand wieder aufgehoben werden und der regionale Vorteil ist nicht mehr gegeben. Schon an diesem Beispiel wird deutlich, dass der Blick auf das Gesamtsystem für eine Bewertung immer sehr wichtig ist. Und dieses System ist durch eine sehr große Komplexität gekennzeichnet...

Bild © budabar/123RF.com

Stichworte: Regional, Ernährung, Umwelt, Klimaschutz, Lieferkette


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UGBforum 1/2021
Stark aus der Krise: öko, fair & solidarisch


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