UGB-Dozentin Ulrike Rötten: „Stärken ausbauen – Herausforderungen annehmen“

Seit gut elf Jahren berät Dr. Ulrike Rötten Patienten in einer Arztpraxis für Naturheilverfahren. Die Oecotrophologin ist zudem Dozentin an der UGB-Akademie im Bereich Kommunikation und Beratung. Die Ausbildung zur Zertifizierten Kursleiterin und Beraterin hat sie selbst durchlaufen.

Elisabeth Klumpp: Mit welchen Erwartungen kommen die Teilnehmer in Deine Seminare?

Viele meiner Teilnehmer bringen bereits einen Schatz an Erfahrungen aus der Einzel- oder Gruppenberatung mit. Sie erwarten einen Austausch auf Augenhöhe, neue Anregungen und Erfahrungen in einem geschützten Raum, in dem sie auch Herausforderungen und schwierige Situationen besprechen können. Teilnehmer, die einen Einstieg in die Beratungstätigkeit suchen, bereichern die Gruppe, da sie einerseits neue Impulse einbringen und andererseits mit den Erfahrungen der anderen ihre eigene Beratungstätigkeit planen können. Viele kommen aus einer vollen Arbeitswoche und brauchen am Wochenende auch Entspannungsmöglichkeiten. Es ist gut, dass das Seminarhaus eine erholsame Atmosphäre bietet und die Natur in der Mittagspause oder am Abend zu Spaziergängen einlädt.

Wie muss ein Berater oder Kursleiter kommunizieren, um erfolgreich zu sein? Was macht einen guten Berater/Kursleiter aus?

Eine Grundvoraussetzung ist die Empathie der beratenden Person. Mit welchem Gefühl, mit welcher Unsicherheit oder vielleicht sogar Ängsten sitzt ein Mensch in der Ernährungsberatung? Unser Ernährungsverhalten ist stark geprägt durch Erfahrungen aus der Kindheit und durch unser soziales Umfeld. Mit dem entsprechenden Handwerkszeug, das wir in den UGB-Seminaren vermitteln, nähere ich mich Schicht um Schicht meinen Klienten und erkenne, wo eine erfolgreiche Ernährungsumstellung ansetzen kann. Basis ist die Beachtung der drei goldenen Kommunikationsregeln: Ich bin klar in der Sache (Botschaft), weich zur Person (Beziehung) und adäquat in meiner Rolle (Basis).

Menschen in der Ernährungsberatung zu motivieren, ist oft nicht einfach. Wie kann dies trotzdem gelingen?

Als erstes analysiere ich die Ressourcen, die mein Klient für eine erfolgreiche Ernährungsumstellung einbringt. Jeder Mensch hat Stärken, die er nutzen kann. Ich kommuniziere, dass die Ernährungsveränderung das Fundament meines Klienten im Alltag stärkt. Die veränderten Essgewohnheiten haben einen gesundheitlichen Mehrwert, passen in den Alltag und schmecken. Ratsuchende und beratende Person gehen als Team durch die Ernährungsberatung. Das Ergebnis sollte eine nährende Form des Essens sein. Nährung bedeutet für mich, dass unser Grundbedürfnis Essen sich auf die Stärkung von Körper, Geist und Seele bezieht. Erkenne ich meine Ernährungsmuster, lerne ich mich auch selber besser kennen, werde (mir) selbst-bewusster und gewinne daraus eine Motivation zur Veränderung. Außerdem darf eine Prise Humor gerne die Beratung würzen.

Was nehmen die Teilnehmer aus Deinen Seminaren für ihre Beratungstätigkeit mit?

Durch die zahlreichen Übungen in den Seminaren können die Teilnehmer sich ausprobieren, ihre Stärken weiter ausbauen und neue Herausforderungen annehmen. Die Gruppe gibt wohlwollendes Feedback. Sie entwickeln Ideen und Pläne für ihre Arbeit und haben Lust auf die Umsetzung. Sie kennen ihre Ressourcen, nehmen einen Koffer voller Handwerkszeug mit und freuen sich auf die Realisierung in konkreten Schritten in ihrem Alltag. Ich selber blicke dankbar auf die Seminare zurück mit den tollen Menschen, die ich kennenlernen durfte und die auch mir neue Anregungen gegeben haben.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Bild © UGB

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Klimawandel: clever handeln Dieser Beitrag ist erschienen in:
UGBforum 1/2020
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