Ochratoxin-Belastung nur gering

Selbst Personen, die überdurchschnittlich viele ochratoxinhaltige Lebensmittel konsumieren, erreichen den Grenzwert für das Schimmelpilzgift bei weitem nicht. Zu diesem Ergebnis kam eine bundesweite Studie von 7 Forschungseinrichtungen unter Federführung der Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel und Fettforschung.

wissenschaft aktuell Das von mehreren Schimmelpilzarten wie Aspergillus und Penicillium gebildete hochgiftige Ochratoxin A kommt in vielen Lebensmitteln wie Getreide, Fleisch, Wurst, Kaffee und Bier vor. Es kann unter anderem die Nieren und das Immunsystem schädigen. Um die Belastung der Verbraucher zu ermitteln, untersuchten die Forscher fast 7000 Lebensmittel und analysierten Blutproben von über 1000 Personen auf Ochratoxin A. Sie fanden heraus, dass Getreide und Getreideprodukte mit 68,6 % der Proben zwar häufig, aber nur gering mit dem Schimmelpilzgift belastet sind. Da Getreideprodukte in großen Mengen gegessen werden, tragen sie dennoch wesentlich zur Ochratoxinaufnahme bei. In Kaffee und Bier kam das Gift in rund der Hälfte aller Proben vor. Noch häufiger trat das Toxin in Wein und Traubensaft auf. Von den tierischen Lebensmitteln sind Milch, Geflügel und Rindfleisch weitgehend frei von Ochratoxin. Belastet sind hingegen Schweinenieren und -leber sowie Leber- und Blutwurst. Die Experten errechneten, dass der Durchschnittsbürger täglich etwa 0,5-0,6 Nanogramm pro Kilogramm (ng/kg) Körpergewicht aufnimmt. Dieser Wert stimmt sehr gut mit den im Blutserum bestimmten Durchschnittskonzentrationen von 0,46 ng überein. Die Belastung der deutschen Bevölkerung erreicht somit nur 9 % des tolerierbaren Wertes von 5 ng/kg Körpergewicht.

LITERATUR:
Wolff, J. u.a.: Belastung des Verbrauchers und der Lebensmittel mit Ochratoxin A. Jahresbericht 1999 der BAGKF, Institut für Biochemie von Getreide und Kartoffeln (Vorabdruck).aus: home.t-online.de/home/bagkf/000208.htm, 13.09.2000

Quelle: UGB-Forum 5/00, S. 273

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