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Leitlinie Reizdarmsyndrom

Blähungen, Durchfall, Verstopfung und Schmerzen im Magen-Darm-Trakt, die länger als drei Monate anhalten, können Hinweise auf ein Reizdarmsyndrom sein. Da die Symptome recht unterschiedlich sind und auch von zahlreichen anderen Erkrankungen hervorgerufen werden können, ist die Diagnose eines Reizdarmsyndroms schwierig.

Hilfestellung gibt jetzt eine neue Leitlinie, die unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) erstellt wurde. Neben der Definition der Erkrankung umfasst die 57 Seiten starke Leitlinie auch den aktuellen Kenntnisstand zur Pathophysiologie, beschreibt, wie sich die Diagnose sicher stellen lässt und welche Therapien sich bei den verschiedenen Symptomen bewährt haben. Erstmalig werden auch Empfehlungen zum Reizdarmsyndrom bei Kindern und Jugendlichen gegeben.
Aufgrund des vielschichtigen Krankheitsbildes gibt es für das Reizdarmsyndrom keine Standardtherapie. Auch allgemeine Empfehlungen zum Ernährungs- und Lebensstil sind schwierig, denn bislang ist nur wenig bekannt, inwieweit Bewegung oder ernährungsmedizinische Maßnahmen bei einem Reizdarmsyndrom hilfreich sind. Dennoch können bei subjektiven Unverträglichkeiten individuelle Ernährungsempfehlungen oder Auslassdiäten sehr erfolgreich sein, vor allem wenn der Patient gleichzeitig an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leidet. Die Aufnahme von Probiotika kann Beschwerden wie Blähungen oder Durchfall verbessern, wobei aber einzelne Bakterienstämme nur bei ganz bestimmten Symptomen wirken. Leiden die Betroffenen unter Verstopfung, Durchfall oder Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, können lösliche Ballaststoffe beispielsweise aus Flohsamen die Beschwerden lindern. Weitere Nahrungsergänzungsmittel werden nicht empfohlen.

Literatur: Layer P et al.S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM). Z Gastroenterol 49, 237–293, 2011.

Quelle: UGB-Forum 3/11, S. 149

Foto: S. Hofschläger/pixelio.de



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