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Können Nüsse das Risiko für Herzinfarkt verringern?

Wer sich mehrmals pro Woche eine halbe Handvoll Nüsse schmecken lässt, senkt mit hoher Wahrscheinlichkeit sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Denn Nüsse liefern günstige Fettsäuren und enthalten Herz schützende Inhaltsstoffe wie Vitamin E, Folsäure, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Mehrere große Studien bestätigen unabhängig voneinander das gesundheitsfördernde Potenzial von Nüssen. Rund fünf Portionen von etwa 30 Gramm Nüssen pro Woche können das Risiko einer koronaren Herzerkrankung um 18-51 Prozent verringern. Die positive Wirkung beruht vor allem auf der günstigen Zusammensetzung des Nussfetts. Walnüsse beispielsweise enthalten relativ viel alpha-Linolensäure. Die mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure trägt dazu bei, das ungünstige LDL-Cholesterin im Blut niedrig zu halten. Mandeln, Hasel- und Pekannüsse weisen ein besonders günstiges Verhältnis von ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren auf, was sich ebenfalls positiv auf die Bluttfettwerte auswirkt. In einigen Studien ging allerdings auch das günstige HDL-Cholesterin zurück, während sich in anderen Untersuchungen der HDL-Cholesterinspiegel erhöhte.

Viele Herz schützende Inhaltsstoffe

Doch auch andere Inhaltsstoffe der Nüsse tragen zum Herzschutz bei. Ballaststoffe beispielsweise können ebenfalls den Cholesterinspiegel senken. Mit durchschnittlich 10 Gramm pro 100 Gramm enthalten Nüsse ähnlich viel Ballaststoffe wie Getreide. Vor allem in Mandeln, Hasel- und Erdnüssen ist reichlich Vitamin E enthalten, das die Oxidation der LDL-Partikel im Blut verhindert und so vor Arteriosklerose schützt. Hinzu kommen verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Phytosterine und in Erdnüssen Resveratrol, die das Risiko für Arteriosklerose senken. Nüsse sollten daher in kleinen Portionen regelmäßig auf den Tisch kommen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Mandeln, Wal-, Hasel-, Pekan-, Cashew-, Para- oder Macadamianüsse handelt oder um Erdnüsse, die botanisch zu den Hülsenfrüchten zählen. Denn jede Nusssorte bietet eigene Vorteile. Anstatt gesüßte oder gesalzene Nüsse zu knabbern, ist es besser, sie unters Müsli zu mischen, in den Salat oder über den Auflauf zu streuen. Wer sich abwechslungsreich ernährt und nicht zu viele Kalorien und gesättigte Fette aufnimmt, kann sich die fettreichen Samen ohne schlechtes Gewissen schmecken lassen.

Literatur:
BREHME U. Stellenwert von Nüssen in der Ernährung für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ernährungsumschau 49 (2), 44-48, 2002

KRIS-ETHERTON PM et al. The effects of nuts on coronary heart disease risk. Nutr Rev 59 (4), 103-11, 2001

N.N. Fette in der Bewertung der DGE. Aktuelle Studienergebnisse. DGE-info (11), 163-66, 2006

STRÖHLE A u.a. Vegetarische Ernährung: Präventives Potenzial und mögliche Risiken. Teil 1: Lebensmittel pflanzlicher Herkunft. Wien Klin Wochenschr 118 (19-20), 580-593, 2006

Stand: 2007



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