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Sind BSE und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit heute noch ein Problem?

Heute erkranken nur noch vereinzelt Rinder an BSE und auch das Auftreten der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist in Deutschland seit Jahren relativ stabil. Die Regeln wurden in den letzten Jahren zwar etwas gelockert, dennoch wird der BSE-Erreger nach wie vor aus der Lebensmittelkette ferngehalten.

Bei der Bovinen spongiformen Enzephalopathie (BSE) und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) handelt es sich um schwammförmige Hirnerkrankungen. Die Erkrankungen werden sehr wahrscheinlich von Prion-Proteinen ausgelöst, die das Gehirn langsam schwammähnlich zerfressen und letztendlich zum Tod führen. Heute sind sich die Experten weitgehend sicher, dass sowohl die traditionelle Creutzfeldt-Jakob-Krankheit als auch die neue Variante vCJD (variant Creutzfeldt-Jakob disease) durch den BSE-Erreger ausgelöst werden können. Der Mensch kann sich also höchstwahrscheinlich durch den Verzehr von belastetem Fleisch infizieren. Unklar ist allerdings noch, ob ein einmaliger Verzehr ausreicht oder ob man mehrere Male mit dem Erreger in Kontakt kommen muss, bevor eine Infektion auftritt. Die Experten gehen davon aus, dass Personen mit einer bestimmten genetischen Veranlagung besonders gefährdet für die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit sind, an der vor allem jüngere Menschen erkranken.

BSE tritt überwiegend bei Rindern, aber auch bei Schafen und Ziegen auf. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat in Absprache mit dem Bundesinstitut für Risikoforschung eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um den Erreger aus der Nahrungskette fernzuhalten. Bis heute darf in der gesamten Europäischen Union kein tierisches Protein an Wiederkäuer verfüttert werden. In Deutschland dürfen zusätzlich keine tierischen Fette ins Futter von lebensmittelliefernden Tieren, insbesondere von Wiederkäuern kommen, weil Wiederkäuerfette in der EU derzeit nicht sicher BSE-frei gewonnen werden können. Ausgenommen sind lediglich Milch und Milcherzeugnisse, weil darin keine Erreger enthalten sind. Zudem müssen alle Rinder, die älter als 48 Monate sind, beim Schlachten auf BSE untersucht werden. Bei positivem Befund wird der Tierkörper beseitigt. Zudem wird von allen Rindern riskantes Gewebe wie Darm, Schädel und Rückenmark beim Schlachten entfernt und vernichtet. Diese Maßnahmen haben unter anderem dazu geführt, dass die Zahl der an BSE erkrankten Rinder seit Ende der 1990er Jahre deutlich zurückging. Während 2001 in Deutschland noch 125 Rinder erkrankten, waren es 2008 und 2009 nur je zwei Tiere. Das Auftreten der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist in Deutschland seit Jahren mit etwa 1,5 Fällen pro eine Million Einwohner relativ stabil. Die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist hierzulande bisher nicht aufgetreten. In Großbritannien, wo die Hirnerkrankung mit insgesamt 172 Fällen seit 1994 weltweit am häufigsten vorkommt, hat sich die Zahl der Erkrankten deutlich reduziert.

K. Willershausen/Kathi Dittrich

Literatur:
BMELV (Hrsg.) www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Landwirtschaft/Tier/Tiergesundheit/BSE/BSE-FaelleDeutschland.html (eingesehen am 18.05.2010)
BfR (Hrsg.) Anhebung der Altersgrenze von Rindern für die Entnahme der Wirbelsäule ohne erhöhtes BSE-Risiko für den Verbraucher. Stellungnahme Nr. 0012008. www.bfr.bund.de (eingesehen am 18.05.2010)
BfR (Hrsg.) FLI und BfR lehnen Intra-Spezies-Recycling von Futterfettenbei Wiederkäuern ab. Gemeinsame Stellungnahme 0302008. www.bfr.bund.de (eingesehen am 18.05.2010)
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Ernährungsbericht 2008, Umschau Buchverlag, Bonn 2008 www.cjd-goettingen.de (eingesehen am 18.05.2010)

Stand: 2011



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