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Schützt gesunde Ernährung vor Makuladegeneration?

Wer ausreichend Antioxidanzien wie Vitamin C, E, Carotinoide sowie Zink und Omega-3-Fettsäuren aufnimmt, Übergewicht vermeidet und nicht raucht, kann das Risiko für eine altersbedingte Makuladegeneration vermutlich senken.

In Deutschland sind etwa 3,5 Millionen Menschen von einer Makuladegeneration betroffen. Unter dem Begriff wird eine Reihe von Augenerkrankungen zusammengefasst, die die Netzhaut betreffen. Die funktionelle Mitte der Netzhaut, auch Gelber Fleck genannt, verfällt allmählich und stirbt schließlich ab. Der Betroffene kann zunächst nicht mehr scharf sehen und in der Endphase der Erkrankung nur noch Umrisse erkennen. Besonders Personen ab 55 Jahren sind davon betroffen. Neben einer genetischen Veranlagung zählen Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, starke Sonneneinstrahlung und eine ungünstige Ernährung zu den Risikofaktoren. Der Gelbe Fleck zeichnet sich durch eine besonders hohe Dichte der beiden Carotinoide Lutein und Zeaxanthin aus. Hier werden hohe Anteile des schädlichen blau-violetten Lichts gefiltert, vergleichbar einer Sonnenbrille im Auge. Der winzige Punkt auf der Netzhaut kann zudem oxidative Zellschäden effizient abwehren und reparieren. Inwieweit die Aufnahme an Antioxidanzien eine Makuladegeneration beeinflusst, wird von Experten unterschiedlich bewertet. Einige Studien haben einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Zufuhr von Lutein und Zeaxanthin und deren Dichte im Makulapigment nachgewiesen. Eine umfassende Meta-Studie kam jedoch zu dem Ergebnis, dass Antioxidanzien keinen oder nur einen sehr geringen vorbeugenden Effekt haben. In einer weiteren Untersuchung konnte eine hoch dosierte Kombination von Vitamin C und E, Carotin, Zink- und Kupferoxid bei einem Viertel der Patienten eine Verschlechterung der Sehschärfe verzögern. Trotz der uneinheitlichen Datenlage ist es wahrscheinlich, dass eine Nahrung, die reich an natürlichen Antioxidanzien wie Vitamin C und E, Carotinoiden und Zink ist, vor oxidativen Zellschäden und damit auch vor einer Makuladegeneration schützen kann. Auch das Vermeiden von Übergewicht und ein ausgewogenes Verhältnis von langkettigen Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren wirkt sich vermutlich günstig aus. Hochdosierte Antioxidanzien sind jedoch, wenn überhaupt, nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt einzunehmen. Für die derzeit angebotenen Nahrungsergänzungsmittel ist laut Prof. Rolf Großklaus vom Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin keine Wirksamkeit erwiesen. Miriam Lorey/WF

Literatur:
CHONG EWT et al. Dietary antioxidants and primary prevention of age Related macular degeneration: systematic review and meta analysis. BMJ 335 (7623), 755-762, 2007

GROßKLAUS R, HENNING KJ. Vitamine für das Auge? Risiken und Chancen für Arzt und Patienten. Der Ophthalmologe 105, 1-6, 2008 (online Publikation vom 10.08.2008)

JOHNSON EJ et al. The influence of supplemental lutein and docosahexaenoic acid on serum, lipoproteins, and macular pigmentation. Am J Clin Nutr 87 (5), 1521-1529, 2008

O´CONNELL ED et al. Diet and risk factors for age-related maculopathy. Am J Clin Nutr 87 (3), 712-722, 2008

PRO RETINA E.V. (Hrsg). Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) und Ernährung. pro-retina.de

REHAK M u.a. Lutein und Antioxidantien zur Prävention der AMD. Der Ophthalmologe 105 (1), 37-45, 2008

VAN LEEUWEN R. Dietary intake of antioxidants and risk of age-related macular degeneration. JAMA 294 (24), 3101-3107, 2005

Stand: 2009



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