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Konjugierte Linolsäuren – wie gesund sind die Fettsäuren aus Fleisch und Milch?

Konjugierte Linolsäuren kommen natürlicherweise in Fleisch und Milch von Wiederkäuern vor und werden zudem als Präparat zur Nahrungsergänzung angeboten. Welchen Einfluss die Fettsäuren auf die menschliche Gesundheit haben, ist jedoch nach wie vor unklar.

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© Harry Hautmm/pixelio.de

Eigentlich kommt die mehrfach ungesättigte Linolsäure (Conjugated linoleic acid = CLA) nur in Pflanzen vor. Bakterien im Pansen von Rindern, Ziegen und Schafen sind jedoch in der Lage, die Fettsäure in sogenannte konjugierte Formen umzuwandeln. Chemisch unterscheiden sie sich von der zweifach ungesättigten Linolsäure dadurch, dass die Doppelbindungen im Molekül nur durch eine Einfachbindung voneinander getrennt sind. Konjugierte Linolsäuren kommen natürlicherweise in Fleisch und Milch von Wiederkäuern vor. Wie viele CLA gebildet werden, hängt von der Menge an mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Futter ab. Da frisches Grünfutter recht viel Linolsäure liefert, ist Fleisch und Milch von Tieren aus Freilandhaltung besonders reich an CLA. Das Fett ökologisch erzeugter Milch enthält dreimal mehr CLA als konventionelles Milchfett.

Seit einigen Jahren haben auch Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln die Fettsäure entdeckt. Sie stellen die konjugierten Linolsäuren synthetisch aus Pflanzenöl her und verkaufen sie als Kapseln. Das dabei entstehende CLA-Gemisch unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung allerdings stark von dem natürlicher Quellen. Verschiedene Untersuchungen an Tiermodellen weisen auf einen positiven Einfluss von CLA auf verschiedene Krankheiten wie Krebs, Arteriosklerose und Diabetes hin. Studien an Mäusen, Ratten und Schweinen haben zudem ergeben, dass unter CLA-Gabe der Körperfettanteil der Tiere sank, der Anteil an fettfreier Masse stieg. Am Menschen konnten diese Beobachtungen jedoch nicht eindeutig bestätigt werden und wenn ja, waren die Effekte deutlich geringer. Trotzdem werden CLA-Präparate insbesondere in der Bodybuilder-Szene als fettreduzierend und muskelaufbauend beworben.

Forscher der Universität Bonn warnten im Jahr 2011 vor CLA-Präparaten, da diese in ihren Untersuchungen die Ausschüttung von Insulin anregten. Auch in anderen Studien wurden erhöhte Insulinspiegel, Insulinresistenz sowie eine negative Beeinflussung der Blutfettwerte beobachtet. Von einer Einnahme ist daher abzuraten. Wer seine Aufnahme an CLA auf natürlichem Wege erhöhen will, sollte Milch und Fleisch von Wiederkäuern aus Freilandhaltung bevorzugen.

Literatur:
Koch A, Schöne F (2003). Konjugierte Linolsäuren (CLA) im Milchfett und ihre Anreicherung über die Fütterung – eine Bestandsaufnahme. www.tll.de/ainfo/pdf/lino0103.pdf
N.N. (2006). Konjugierte Linolsäuren (CLA) – Bedeutung für die Reduktion des Körperfettes bei Übergewicht. DGE info 02, 23-25
Ringseis R, Eder K (2009). Einfluss von konjugierten Linolsäuren (CLAs) auf die Funktion von Blutgefäßen. Ernährungsumschau 3, S. 150-158
Universität Bonn (Hrsg.) (2011). Vorsicht bei konjugierten Linolsäuren. Pressemitteilung, www3.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/093-2011

Quelle: UGBforum 1/15, S. 45

Stand: 2015



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