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Ist scharfes Essen schädlich?

Scharfe Stoffe im Essen können bei empfindlichen Personen oder Kleinkindern die Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt reizen. Die meisten Menschen vertragen sie jedoch problemlos und profitieren von den zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften.

Die Schärfe einer Speise wird durch sekundäre Pflanzenstoffe bestimmt. Die bekanntesten Scharfmacher sind Capsaicin aus Cayenne-Pfeffer und Chilies, Curcumin aus Kurkuma und Piperin aus Pfeffer. Aber auch Gingerol und Shogaol aus Ingwergewächsen, Glucosinolate aus Kohlgemüse sowie das Allicin aus Knoblauch und Zwiebel vermitteln ein scharfes Gefühl. Scharfstoffe lassen sich nicht wie süß oder sauer über die Geschmacksknospen der Zunge empfinden, sondern werden über die Wärme- und Schmerzrezeptoren im Mund wahrgenommen. Dabei reichen die Empfindungen von wärmend und adstringierend (zusammenziehend) bis hin zu schmerzend.

Scharfe Speisen können lediglich besonders empfindlichen Personen Probleme bereiten. Wer an Sodbrennen, Reizmagen, Nieren- oder Harnblasenerkrankungen leidet, kann Beschwerden an der ohnehin gereizten Magenschleimhaut bzw. an den gereizten Nieren verstärken. Auch Kleinkinder sollten keine stark gewürzten Speisen essen, da ihr Verdauungssystem erst nach und nach an schärfere Lebensmittel gewöhnt werden muss.

Insgesamt haben Scharfstoffe mehr heilsame Eigenschaften als schädliche. Mehrere Studien haben gezeigt, dass sie vor allem antikanzerogen, antioxidativ und entzündungshemmend wirken. Darüber hinaus wirken sie günstig auf den Blutdruck, die Durchblutung und die Speichel- und Magensaftproduktion. Zudem regen sie die Darmperistaltik an, wodurch der Nahrungsbrei besser vermengt und verdaut werden kann. Auch bei Erkältung können die scharfen Substanzen hilfreich sein. Sie regen die Produktion von Nasensekret an und wirken auch auf die Bronchien schleimlösend, so dass der Schleim besser abgehustet werden kann. Zudem konnte in mehreren Studien beobachtet werden, dass Capsaicin die Thermogenese und damit den Energiestoffwechsel erhöht.

Wer also gerne scharfe Gewürze wie Chilies, Pfeffer & Co. mag, kann sie mit gutem Gewissen verwenden. Einzig empfindliche Menschen und Kleinkinder sollten scharfe Speisen lieber meiden.

Judith Mohnhaupt/Wiebke Franz

Literatur:
Chaiyasit K et al. Pharmacokinetic and the effect of capsaicin in Capsicum frutescens on decreasing plasma glucose level. Journal of the Medical Association of Thailand 92 (1), 108-13, 2009
Dhadwal AK, Wang X. Capsaicin blocks HIV protease inhibitor ritonavir-induced vascular dysfunction in porcine pulmonary arteries. Medical Sciences Monitor 15 (1), BR1-5, 2009
Han J, Isoda H. Capsaicin induced the upregulation of transcriptional and translational expression of glycolytic enzymes related to energy metabolism in human intestinal epithelial cells. Journal of Agricultural and Food Chemistry. 57 (23),11148-53, 2009
Manjunatha H. Hypolipidemic and antioxidant effects of dietary curcumin and capsaicin in induced hypercholesterolemic rats. Lipids 42 (12),1133-42, 2007
Notter P. Das große Buch der Hundert Gewürze und Kräuter. HädeckeVerlag, Weil der Stadt 2004
Sattler H-J. Wie gesund ist scharfes Essen?, Stand 4/08, www.landwirtschaft-mlr.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1222180_l1/index.html(eingesehen am 10.02.10)

Stand: 2011

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