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Was ist Canihua?

Als Canihua bezeichnet man die kleinen, dunklen Samen einer Gänsefußpflanze. Sie kommen aus Südamerika und werden hierzulande pur oder als Pops, Riegel und Brot angeboten.

canihua

Canihua (Chemopodium pallidicaule) gehört wie Amaranth und Quinoa zu den Fuchsschwanzgewächsen und stammt aus Bolivien sowie dem Süden Perus. Dort wächst die Pflanze auf 4000 Metern Höhe in den Hochebenen der Anden. Die kleinen dunklen Körner schmecken schokoladig-nussig und werden hierzulande häufig gepufft, zu Riegeln verarbeitet oder in Brot verbacken. Sie sind glutenfrei und enthalten mit 15-19 Prozent relativ viel Protein, das sich in der biologischen Wertigkeit gut mit Getreide ergänzt. Über 40 Prozent des Fettgehalts von rund 8 g pro 100 g liegt als Linolsäure vor. Außerdem liefert Canihua Folsäure, Eisen und wertvolle Ballaststoffe.

Die Globale Fördergemeinschaft für unausgenutzte Arten GFU rechnet Canihua zu den vernachlässigten Pflanzenarten, deren Potenzial für die Sicherung der Welternährung bislang nicht voll ausgeschöpft ist. In seiner Heimat ist Canihua ein wichtiges Nahrungsmittel. Traditionell werden die Samen geröstet und zu Mehl vermahlen, das in kalte und heiße Getränke gerührt oder zu Brei gekocht wird. Einheimische nutzen die Samen zudem bei Höhenkrankheit und bakteriellen Infektionen des Darms. Die Asche des Halms dient als Abwehrmittel gegen Spinnen- und Insektenbisse und die trockenen Halme und die Spreu lassen sich als Tierfutter nutzen. Bis heute bauen die Bauern in der Hochebene der Anden Canihua auf traditionelle Weise an. Geerntet wird, wenn sich die Pflanze im Herbst verfärbt. Nach dem Mähen bleiben die Pflanzen zum Trocknen einige Zeit auf dem Feld liegen, bevor sie per Hand oder mit Maschinen gedroschen werden. Die Körner sind mit feiner Spreu bedeckt und müssen gereinigt werden. Dazu ist viel Handarbeit nötig.

Bei uns wird Canihua bisher von einem Anbieter in Bioläden, Reformhäusern und Onlineshops vermarktet. 500 g Bio-Canihua kosten etwa 6 Euro. Die Samen lassen sich gemahlen zu süßem wie herzhaftem Gebäck verbacken, gekocht zu Suppen und Eintöpfen verarbeiten oder gepoppt im Müsli genießen. Canihua liefert wie die anderen Pseudogetreide Buchweizen, Amaranth und Quinoa wertvolle Inhaltsstoffe und ist nicht nur für die glutenfreie Küche geeignet.

Literatur

Foto: AgriFoodGateway

Quelle: UGB-FORUM 4/12, S. 200



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