Interview: Betriebliche Gesundheitsförderung – effizient und nachhaltig

grenz.jpg

Etliche Firmen haben die Gesundheitsförderung zu einer Managementaufgabe in ihren Betrieben gemacht. Das Thema Ernährung ist dabei eine tragende Säule. Martina Grenz, Präventionsberaterin bei einer großen gesetzlichen Krankenkasse, erklärt, wie Ernährungsfachkräfte von der Fortbildung Betriebliche Gesundheitsförderung an der UGB-Akademie profitieren.

Warum ist die Betriebliche Gesundheitsförderung ein Tätigkeitsfeld für Ernährungsfachkräfte?

Wir stellen immer wieder fest, dass die Ernährung im Arbeitsalltag ein Schattendasein führt. Das liegt einerseits am unzureichenden Angebot, insbesondere für die Mittagsverpflegung, aber auch an fehlender Zeit und Kenntnissen für eine gesundheitsgerechte Pausenverpflegung. Wenn die Möglichkeit besteht, eine Kantinenverpflegung in Anspruch zu nehmen, entspricht diese nicht in jedem Fall den Kriterien einer gesundheitsgerechten Verpflegung. Andererseits fehlt es auch den Tischgästen oft an Kenntnissen, das „Richtige“ auszuwählen. Es eröffnet sich damit ein großes Betätigungsfeld für Ernährungsfachkräfte.

Wie sieht die Arbeit von Ernährungsberatern in den Unternehmen aus?

Die Nachfrage nach Beratungsfachkräften hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Zum einen werden fachlich fundierte Informationen gewünscht, um Mitarbeitern die Zusammenhänge von Ernährung und Leistungsfähigkeit verständlich zu machen. Jedoch reicht es nicht aus, Ernährungswissen nur in Vortragsform zu vermitteln. Ganz wichtig erscheint mir die kreative, erlebnis- und praxisorientierte Wissensvermittlung. Damit steigt die Chance, hier einen Schritt in Richtung Verhaltensänderung zu bewirken. Somit ist jede Form von Praxisvermittlung hilfreich, ob es kleine Einheiten sind oder auch mehrstündige Praxisworkshops. Hier gibt es noch viel zu tun!

Wie lassen sich Kontakte zu den Betrieben herstellen?

Auch dazu geben wir den Teilnehmern in der UGB-Fortbildung Hilfestellung. Wichtig ist, ein persönliches Portfolio zu haben, dieses ansprechend und professionell aufzubereiten, um dann im persönlichen Kontakt zu überzeugen. Eine Möglichkeit, Kontakte zu Betrieben herzustellen, ist zum Beispiel, sich auf Fach- und Regionalmessen oder ähnlichen Veranstaltungen zu präsentieren. Ebenso kann eine direkte, zielgerichtete Ansprache und Angebotserstellung an die verantwortlichen Personen in den Betrieben erfolgreich sein. Weiterhin sind Krankenkassen oder Berufsgenossenschaften Ansprechpartner, da hier entsprechende Anfragen von Unternehmen eingehen und an Honorarkräfte weitervermittelt werden können.

Welche Qualifikation ist erforderlich und für wen ist das Seminar geeignet?

Um Gesundheitsförderung in Betrieben anbieten zu können, braucht es Kenntnisse über betriebliche Abläufe und Entscheidungsstrukturen. Qualifizierungen in den Themenfeldern Ernährung, Bewegung/Entspannung oder Persönlichkeitstraining sind sinnvoll. Wer über eine Zertifizierung nach § 20 SGB V verfügt, hat gute Chancen, in der betrieblichen Gesundheitsförderung aktiv werden zu können, weil ein Teil der Kosten von Krankenkassen übernommen werden kann. Aber auch UGB-Gesundheitstrainer ohne diese Zertifizierung bieten erfolgreich Gesundheitsförderung in Unternehmen an.

Herzlichen Dank für das Gespräch!