Heuschnupfen, Neurodermitis & Co.

Bei den vielfältigen Angriffen, denen unsere Gesundheit heutzutage ausgesetzt ist, wundert man sich, daß es überhaupt noch gesunde Menschen gibt. Die Natur hat uns jedoch glücklicherweise mit großer Zähigkeit ausgerüstet. Werden die Lebens- und Eßgewohnheiten umgestellt und das Immunsystem gestärkt, kann sogar eine bereits aufgetretene Allergie wieder verstummen.

Wegbereiter einer Allergie sind die zahlreichen Schadstoffe in der Luft, einschließlich des Ozons, die unsere empfindlichen Schleimhäute schädigen und die Entgiftungsmechanismen belasten. Hinzu kommen die zigtausend Chemikalien in Putzmitteln, Kosmetika, Waschmitteln und anderen Industrieprodukten des täglichen Gebrauchs, die zwar einerseits das Leben erleichtern, doch andererseits unseren Körper überfordern.

Auch Wohngifte wie Formaldehyd in Spanplatten, Holzschutzmittel, Teppichkleber oder Insektizide zur Bekämpfung von Ungeziefer führen nicht nur zu Allergien, sondern häufig auch zu Infektanfälligkeit und zu einer Vielzahl von neurologisch-psychiatrischen Symptomen wie chronische Müdigkeit, Depressionen, Gedächtnisschwund, Konzentrations- und Denkhemmung. Dabei wirkt sich die schleichende, permanente Einwirkung kleiner Giftmengen bedeutend fataler aus als eine einmalige, massive Vergiftung. Gegen die kann der Körper seine Abwehrmaßnahmen besser mobil machen. Bei einer dauernden Belastung dagegen erlahmen sie mit der Zeit - insbesondere, wenn verschiedene Schadstoffe den Körper gleichzeitig belasten.

Das quecksilberhaltige Amalgam ist als Material für Zahnfüllungen zu Recht in Verruf geraten. Allergisch auf Amalgam reagieren zwar nur zwei Prozent der Geschädigten. Amalgamplomben können jedoch zu einer echten Quecksilbervergiftung führen, die Darm, Niere, Leber sowie Gehirn belastet und das Immunsystem schwächt. Bei allergisch veranlagten Menschen kann dies zusätzlich eine allergische Symptomatik auslösen. Eine Goldlegierung mit Palladium ist keine Alternative, da Palladium ebenfalls vielfältige Symptome hervorrufen kann. Pestizide, die wir unwissentlich mit Obst, Gemüse, Salat, Tee u. a. zu uns nehmen, stellen eine weitere Belastung unseres inneren Milieus dar, wobei die Wirkung dieser körperfremden Chemikalien und ihre gegenseitigen Interaktionen größtenteils undurchsichtig sind. Hier hilft nur die Unterstützung des ökologischen Landbaus durch gezielten Einkauf ungespritzter Lebensmittel. Darüber hinaus sind Zusatzstoffe in Form von Farbstoffen, Konservierungs-, Verdickungs- und sonstigen Veredelungsmitteln ebenfalls körperfremd, belasten die Entgiftungsorgane und stören das Darmmilieu.

Treffen auf einen derart belasteten und mit einer entsprechenden Veranlagung ausgestatteten Organismus allergieauslösende Substanzen wie Pollen, Tierhaare, Hausstaub oder Nahrungsmittel, kann es zu vielfältigen allergischen Symptomen kommen. Die Allergene verbinden sich mit speziellen Antikörpern (Immunglobulin E) an der Oberfläche besonderer Abwehrzellen, worauf diese ein spezifisches Gewebehormon, das Hist-amin, ausschütten . Haut- und Schleimhäute reagieren mit Rötungen, Schwellungen und übermäßigen Ausscheidungen.

Heuschnupfen

Die typischen Symptome sind Kribbeln in der Nase, Kratzen, Kitzeln oder ein wundes Gefühl im Rachen, explosives Niesen, Absonderung eines wässrigen Sekrets aus der Nase - im Gegensatz zu einem gelben Sekret bei einem bakteriellen Schnupfen oder einer Nebenhöhlenentzündung. Meist sind auch die Augen gerötet und brennen, jucken oder tränen. Durch die allergische Reizung der Rachen- und Bronchialschleimhaut kann es auch zu attackenartigem Reizhusten bis hin zu Asthma mit Atemnot kommen. Fast immer ist das Allgemeinbefinden stark beeinträchtigt. Der Patient fühlt sich müde, gereizt, nervös, schwunglos, fröstelt und kann nachts schlecht schlafen. Gelegentlich wirken die verschluckten Pollen auch auf die Darmschleimhaut und verursachen Durchfall und Bauchschmerzen. Auslösende Allergene sind Blütenpollen von Gräsern, Unkraut, Sträuchern, Bäumen und seltener Blumen. Das Leiden beginnt für viele schon im Februar und endet häufig erst im September. Im Frühjahr und Herbst kommen auch Schimmelsporen als Auslöser in Frage.

Asthma

Beim Asthma verkrampfen sich die feinen Muskelfasern in den Bronchialwänden, wodurch es zu einer Verengung der Bronchien und damit zu Atemnot kommt. Husten, Verschleimung und Auswurf begleiten das Krankheitsbild, das meist chronisch mit Phasen anfallweiser, akuter Verschlimmerung verläuft. Am häufigsten wird Asthma ausgelöst durch Pollen, Heu, Schimmelpilze, Milben, Hausstaub, Mehl (Bäckerasthma), Tierhaare, Bettfedern, Zigarettenrauch, Nahrungsmittel oder deren Zusatzstoffe, Chemikalien, Medikamente und andere mehr. Es gibt aber auch das Infektasthma, bei dem Infekte durch Viren oder Bakterien den Weg für Atembeschwerden bereiten.

Nesselsucht (Urticaria)

Zeichen von Nesselsucht sind plötzlich juckende Hautquaddeln, als sei der Betroffene in Brennesseln gefallen. Sie verblassen nach kurzer Zeit, um dann an anderer Stelle wieder aufzutreten. Vor allem bei Kindern sind die auslösenden Allergene häufig Pflanzen, mit denen die Haut in Kontakt kommt oder Duftmoleküle von Blumen, z. B. Primeln. Außerdem können Insektenstiche, Pollen, Staub, Chemikalien wie Farb- und Konservierungsstoffe, Nahrungsmittel, Pestizide in Obst und Gemüse oder Bestandteile von Cremes, Ölen und Waschmitteln eine Nesselsucht auslösen.

Kontaktallergie

An der Einwirkungsstelle des Allergens kommt es bei einer Kontaktallergie zu Juckreiz und Rötung, z. B. am Ohrläppchen durch nickelhaltige Ohrringe, unter der Armbanduhr oder am Bauchnabel durch einen Jeansknopf. Hierzu zählt auch das Handekzem mit Rötung, Juckreiz, trockener Schuppung, Verdickung und manchmal Nässen der Haut an der Handinnenfläche und den Fingern. Die auslösenden Allergene sind so vielfältig, da hier nur eine kleine Auswahl aufgezählt werden kann: Nickel, Wasch- und Putzmittel, Kosmetika und Körperpflegemittel; Gummi, Öle, Schmierfette und Rostschutzmittel bei Metallarbeitern; Haarfarben, Bleichmittel, Dauerwellenmittel bei Friseusen; Zitronenöl, Bittermandelöl, Sauerteig und Benzoesäure bei Bäckern; Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger bei Landwirten und vieles andere mehr.{B}

Neurodermitis

Diese Erkrankung nimmt in beängstigender Weise zu. Schon kleine Kinder sind davon oft am ganzen Körper befallen. Im Vordergrund steht die Rötung der Haut, die meist etwas verquollen ist und zu trockener Schuppenbildung neigt. Manchmal nässen einige Stellen hartnäckig, besonders wenn sich Eiterbakterien oder Herpesviren auf den kranken Hautstellen angesiedelt haben. Auch eine zusätzliche Infektion mit Pilzen ist nicht selten. Quälend ist vor allem der begleitende Juckreiz, der die Patienten am Schlafen hindert, so da sie schlielich zu Nervenbündeln werden. Vor allem unverträgliche Nahrungsmittel (s. unten) sowie Tierhaare, Bettfedern, Wolle, Rohaarmatratzen, Pollen, Hausstaubmilben, Waschmittel, Weichspüler, Enzyme oder Körperpflegemittel können eine Neurodermitis auslösen.

Nahrungsmittelallergie

Die Symptome einer Allergie gegen Nahrungsmittel sind von Patient zu Patient sehr verschieden und umfassen von Kopf bis Fuß eine so bunte Palette von Beschwerden, da der Betroffene meist gar nicht auf die Idee kommt, daß diese mit seiner Ernährung zusammenhängen. In der Regel laufen die allergischen Reaktionen nämlich versteckt ab, besonders, wenn es sich um Lebensmittel handelt, die häufig oder täglich gegessen werden, wie Kuhmilchprodukte oder Weizen. Die Nahrungsmittelallergene gelangen durch die Darmwand ins Blut, kreisen im Körper und führen an den verschiedensten Stellen zu allergischen Symptomen, beispielsweise an der Haut, den Gelenken oder im Gehirn. Selbstverständlich kann es auch im Verdauungstrakt zu Beschwerden wie Durchfall, Blähungen oder Verstopfung kommen. Oft genug erhält der Patient aber von diesen Organen kein Alarmsignal. Auslöser einer Nahrungsmittelallergie sind vor allem Kuhmilch und deren Produkte, Eier, Weizen, Zitrusfrüchte, Nüsse, Knoblauch, Paprika, Weintrauben, Soja, Fisch, Äpfel und Bananen, Kamillen- und Pfefferminztee, Schwarztee oder Kaffee.

Auslöser erkennen - Allergien vermeiden

Auch bei den oben erwähnten Allergieformen wie Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis, Nesselsucht und Kontaktekzem kann als tiefere, auslösende Ursache eine verdeckte Nahrungsmittelallergie zugrunde liegen. Die Auslöser allergischer Reaktionen, wie Pollen, Tierhaare, Chemikalien, Hausstaub und andere, die dem Patienten selbst auffallen, sind meist nur die sichtbare Spitze des Eisberges. Auch Übergewicht, Migräne, hoher und niedriger Blutdruck, rheumatische Gelenkbeschwerden und vieles mehr können Ausdruck einer nicht beachteten Nahrungsmittelallergie sein. Tragisch ist, da diese Zusammenhänge von den meisten Ärzten nicht erkannt werden und den Patienten damit keine Hilfe zuteil wird. Das liegt unter anderem auch daran, da Hauttests wie der Prick- und Epikutantest sowie der RAST-Test aus dem Blut, die für andere Allergene recht brauchbar sind, bei Nahrungsmitteln kein zuverlässiges Ergebnis liefern. Besser bewährt haben sich hier feinenergetische Tests aus dem Bereich der biologischen Medizin, wie Elektroakupunktur nach Voll, "Vegatest" oder der recht sichere kinesiologische Muskeltest.

Als oberstes Gesetz bei der Therapie von Allergien gilt: Den Körper von allem befreien, was ihn belastet und soweit wie irgendmöglich alle in Frage kommenden Allergene aus der Umgebung verbannen. Dazu zählen die Sanierung der Innenräume, Verwendung von Seifenflocken oder Neutralseife statt üblicher Waschmittel, keine Haustiere, Vermeidung von Wolle, Anschaffung von Allergiebetten, keine Rohaarmatratzen, keine Schafwolle, keine Daunenfedern im Bett, Einschränkung des Umgangs mit Chemikalien sowie die Verwendung von Kosmetika ohne Konservierungsmittel. Darüber hinaus sollte unverträgliches Zahnmaterial (Amalgam, Palladium) entfernt werden. Säuglinge mit familiärer Allergiebelastung sollten mindestens sechs, besser acht bis zehn Monate gestillt werden, im ersten Lebensjahr nicht geimpft werden und keine Kuhmilchprodukte, sondern hypoallergene Nahrung erhalten. Bei jeder Form von Allergie empfiehlt es sich, Nahrungsmittelallergene wie Kuhmilchprodukte und Weizen wegzulassen. Eine solche allergenfreie Diät muß nicht lebenslänglich eingehalten werden, da sich nach sechs bis zwölf Monaten die Verträglichkeit meist bessert, wenn zunächst eine absolut allergenfreie Ernährung eingehalten wird. Auf Fertiglebensmittel mit Zusatzstoffen sollte zugunsten einer vitalstoffreichen Vollwertkost verzichtet werden.

Die eigenen Abwehrkräfte stärken

Die konventionelle Medizin verfügt über eine Reihe von Präparaten - sogenannten Antihistaminika - zum Einnehmen oder als Nasen- bzw. Augentropfen, mit denen sich die unangenehmen allergischen Reaktionen mildern oder beseitigen lassen. Cromoglycinsäure zum Inhalieren verhindert prophylaktisch die Histaminfreisetzung aus den Mastzellen. Theophyllin- und andere Präparate sorgen bei Asthma für eine Erweiterung der verengten Bronchien. Cortison mit seiner antiallergischen und entzündungshemmenden Wirkung sorgt als Spray bei Asthma, in Salben bei Neurodermitis oder - notfalls - vorübergehend als Spritze oder in Form von Tabletten für ein schnelles Abheilen der Haut und eine rasche Beseitigung der quälenden Symptome bei Asthma oder Heuschnupfen.

Die Naturheilkunde setzt nicht auf eine Unterdrückung der Symptome, sondern auf eine tiefgreifende Umstimmung des Organismus und auf die Stärkung der körpereigenen Regulationsmechanismen des Abwehrsystems. Obwohl die allergische Erbanlage bestehen bleibt, gelingt es damit sehr häufig, die Reaktionsschwelle gegenüber Allergenen soweit anzuheben, da die Betroffenen frei von Beschwerden sind. Am besten ist es jedoch in jedem Fall, durch eine gesunde Ernährung und Lebensführung einer allergischen Erkrankung vorzubeugen. Das gilt ganz besonders für Menschen, die eine familiäre Veranlagung für eine Allergie haben.

Mit biologischer Medizin gegen Allergien

In der Homöopathie wird Ähnliches mit Ähnlichem geheilt. Die Erkrankung wird also mit jener Arznei behandelt, die die gleichen Symptome hervorruft, die der Patient zeigt. Dazu werden Zubereitungen aus tierischen, pflanzlichen oder mineralischen Stoffen in genau definierten Konzentrationen und Verfahren verdünnt und geschüttelt. Nicht die Substanz selbst soll für eine Wirkung nötig sein, sondern ihre Information, die auf die Lösung übergeht. Bei Allergien lohnt sich in jedem Fall ein Versuch mit einem speziellen, individuell abgestimmten Mittel.

Bei der Akupunktur werden bestimmte Punkte am Körper durch Nadeln oder Laserstrahl gereizt, um verschiedenste Gesundheitsstörungen günstig zu beeinflussen. Die Akupunkturpunkte lassen sich auch mit Wärme oder Massage anregen. Besonders bewährt hat sich diese Therapieform, die in China schon seit 2000 Jahren bekannt ist, bei Heuschnupfen und Asthma.

Bei der Eigenbluttherapie wird dem Patienten eine kleine Blutmenge entnommen und in den Gesäßmuskel wieder eingespritzt. Wahrscheinlich verändern sich die Bluteiweiße bei diesem Eingriff geringfügig, so daß ihre Bestandteile in dem künstlich erzeugten Bluterguß am Gesäß als Fremdkörper angesehen werden, die das Abwehrsystem mobilisieren. Bei der modifizierten Form wird das Blut des Patienten mit einem Serumaktivator versetzt und in verschiedenen Verdünnungen eingenommen (ASAN-Methode) oder gespritzt. Die Gegensensibilisierung nach Prof. Theurer geht davon aus, daß das Blut des Allergikers krankheitsbezogene Produkte wie verschiedene Antigene enthält, die der Körper aber nicht als fremd erkennt. Durch bestimmte technische Veränderungen werden diese Bestandteile verfremdet, so daß das Abwehrsystem sie dann bekämpfen kann.

Bei der Bioresonanztherapie werden durch Elektroden die körpereigenen ultrafeinen Energieabstrahlungen abgenommen und in ein Gerät (Bicom oder Mora) geleitet. Mittels eines Filtersystems werden dann die harmonischen Schwingungen verstärkt, die disharmonischen gelöscht. Danach wird das veränderte Frequenzspektrum an den Patienten zurückgeleitet, und der Prozeß beginnt von neuem. In diesen Regelkreis lassen sich Allergene einbringen, z. B. Weizen, Kuhmilch, Tierhaare oder Pollen, wodurch sich die Allergie auf diese Stoffe "löscht".

LITERATUR:
FLADE, S.: Allergien natürlich behandeln. 3. Aufl, Gräfe und Unzer, München 1994
FLADE, S.: Neurodermitis natürlich behandeln. 6. Aufl., Gräfe und Unzer, München 1994
FLADE, S.: Seelische Störungen natürlich behandeln. 2. Aufl., Gräfe und Unzer, München 1993
FLADE, S.: Diät für Allergiker. Selbstverlag, Rottach-Weiach 1988

Quelle: Flade, S.: UGB-Forum 5/95, S. 254-256

weitere Informationen finden Sie hier:
Gut essen – bei Lebensmittelunverträglichkeiten
Allergien und Säure-Basen-Haushalt – was tun?


Dieser Beitrag ist dem UGB-Archiv entnommen.

Wir weisen darauf hin, dass die Inhalte durch neue wissen­schaft­liche Erkennt­nisse möglicher­weise neu bewertet werden müssen.

Zurück zur Auswahlliste