Zur Familie der Mandarinen gehören neben den Clementinen und Satsumas auch weniger bekannte Sorten wie Tangelos, Tangerinen und Ortanique-Früchte. Lesen Sie über die kleinen, feinen Unterschiede und darüber, was Sie vor dem Verzehr beachten sollten.

Das in Spalten unterteilte Fruchtfleisch besteht zu 87 Prozent aus Wasser und enthält weniger als ein Prozent Fett und Eiweiß. Kohlenhydrate dagegen kommen zu etwa zehn Prozent vor. Mit zwei Gramm pro 100 Gramm enthält das Fruchtfleisch so viele Ballaststoffe wie Äpfel. Unser täglicher Vitamin C-Bedarf lässt sich mit etwa drei bis vier größeren Früchten decken. Aber auch die Vitamine B1, B2 und Niacin sowie die Carotinoide Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin kommen in nennenswerten Mengen vor. Mineralstoffe sind dagegen nur in geringen Konzentrationen enthalten.
Neben diesen reinen Sorten gibt es auch Früchte, die aus Kreuzungen der Mandarine mit anderen Zitrusfrüchten entstanden sind. So sind Clementinen beispielsweise eine Kreuzung aus Mandarine und Pomeranze, einer Bitterorangenart. Clementinen wurden erst 1912 in Algerien entdeckt. Sie haben eine tieforange dünne Schale, das Fruchtfleisch ist weitgehend kernlos und süß. Allerdings ist es nicht so aromatisch wie das der Mandarinen. Dennoch sind Clementinen bei uns am häufigsten im Handel zu finden. Zusätzlich zum normalen Angebot sind Clementinen mit Blatt und Stiel als so genannte Korsika-Ware erhältlich.Aus einer Kreuzung von Tangerine und Süßorange entstand die Ortanique-Frucht. Ihr süß-säuerlicher Geschmack ist besonders erfrischend. Allerdings sind diese Früchte bei uns nur selten zu bekommen. Die Kreuzung von Mandarine und Grapefruit ergab eine Frucht, die viele Namen trägt: Minneola, Tangelo, Seminole oder auch Orlando. An ihrem höckerartig ausgebildeten Stielansatz ist sie leicht zu erkennen. Die Früchte sind größer als Mandarinen, besonders saftig und meist kernfrei. Ihr Geschmack erinnert an eine Mischung aus Grapefruit und Mandarine.
Zum Schutz vor Schimmel und Austrocknung ist es bei konventioneller Ware üblich, die Schale mit verschiedenen Chemikalien zu behandeln. Diese Oberflächenbehandlung muss auf der Verpackung oder bei losen Früchten auf der Preisinformation angegeben sein. Die chemischen Mittel werden dem Wasser zugesetzt, mit dem die Früchte nach der Ernte gewaschen werden. Sie dringen normalerweise nur in die äußere Schalenschicht ein. Bei falscher Dosierung können sie aber ins Fruchtfleisch übertreten. Auch Einpackpapiere können mit den Chemikalien versetzt sein. Der Griff zu Früchten mit der Bezeichnung "unbehandelt" schützt den Verbraucher zwar vor Oberflächenbehandlung, aber nicht vor Pflanzenschutzmitteln. Denn im konventionellen Anbau werden die Früchte während der Reifung mit chemischen Mitteln wie dem Fungizid Thiabendazol gespritzt. Zu Überschreitungen der zugelassenen Höchstbelastung der Früchte kommt es dabei aber so gut wie nie.
Beim Schälen übertragen sich bis zu zehn Prozent der Chemikalien von der Schale auf die Hände. Beim anschließenden Zerteilen der Früchte gelangt hiervon ein Teil in das Fruchtfleisch und wird mitgegessen. Um eine solche Schadstoffübertragung zu verringern, ist es ratsam, Zitrusfrüchte vor dem Schälen mit warmem Wasser zu waschen. Die Stoffe zur Oberflächenbehandlung lassen sich dadurch allerdings nicht vollständig entfernen. Nach dem Schälen wäscht man sich deshalb die Hände besser noch einmal unter warmem Wasser mit Seife. Kleine Kinder sollten die Früchte bereits geschält in die Hand bekommen.
Wer das Obst ohne Bedenken essen möchte, sollte Zitrusfrüchte aus biologischem Anbau kaufen. Diese dürfen nicht mit synthetischen Mitteln behandelt werden - weder beim Anbau noch nach der Ernte. Bio-Früchte können Sie sorglos genießen und den Gesundheitswert voll und ganz ausschöpfen.
Quelle: Gerhard, S.: UGB-Forum 1/02, S. 25-26| Zum Ausdrucken und/oder Abspeichern können Sie sich den Artikel hier auch herunterladen: Um das PDF aufzurufen, benötigen
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