Ist Rapsöl als Speiseöl zu empfehlen?

Kaltgepreßtes, unraffiniertes Rapsöl aus ökologischem Anbau ist im Rahmen der Vollwert-Ernährung empfehlenswert. Es enthält reichlich einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren und eignet sich besonders für die Zubereitung von Salaten.

Rapsöl ist heute eines der weltweit am meisten produzierten Pflanzenöle

Noch vor wenigen Jahrzehnten war es für die menschliche Ernährung nicht geeignet, da es bis zur Hälfte aus der giftigen Erucasäure bestand. Mittlerweile ist es jedoch gelungen, diese Fettsäure aus den Samen weitgehend herauszuzüchten, so daß neuere Sorten ohne Bedenken für die Gewinnung von Speiseöl genutzt werden können. Raps wird vor allem in Kanada, China, Indien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien angebaut und zu Öl und Tierfutter verarbeitet. Das Öl kommt überwiegend als raffiniertes Speiseöl in den Handel und ist Bestandteil vieler Margarinesorten. Meist ist es nicht speziell als Rapsöl ausgewiesen, sondern verbirgt sich hinter der Bezeichnung Pflanzenöl oder Pflanzenmargarine.

Kaltgepreßtes, unraffiniertes Rapsöl wird bisher nur vereinzelt in Naturkost- oder Reformwarengeschäften angeboten.

Es hat noch seine grüne Farbe und seinen typisch rapsartigen, an Senf erinnernden Geschmack.

Rapssamen enthalten rund 40 % Öl, das zu 60 % aus Ölsäure und zu 5-7 % aus Alpha-Linolensäure besteht. Ölsäure kann als einfach ungesättigte Fettsäure den Cholesterinspiegel im Blut senken und so Herz-Kreislauferkankungen vorbeugen. Die Linolsäure ist mit etwa 20 % ebenfalls reichlich vertreten. Die meisten anderen Pflanzenöle - außer Leinöl und Walnußöl - enthalten nicht einmal 1 % der essentiellen Omega-3-Fettsäure. Wegen seines hohen Gehaltes an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sollte insbesondere kaltgepreßtes, unraffiniertes Rapsöl weder hoch erhitzt noch lange gelagert werden. Am besten wird es in kleinen Mengen eingekauft sowie kühl und dunkel aufbewahrt.

kaltgepreßtes, natives Rapsöl ist für Salate sehr empfehlenswert

Im Rahmen der Vollwert-Ernährung ist kaltgepreßtes, natives Rapsöl für Salate sehr empfehlenswert. Es hat eine günstige Fettsäurenzusammensetzung, und die Ölsamen können in Deutschland angebaut werden. Bisher hat es sich aber im Naturkosthandel nicht durchsetzen können und ist nur in wenigen Geschäften erhältlich.

Hans-Helmut Martin/ Wiebke Franz

LITERATUR:
AID (Hrsg.): Speisefette. AID-Broschüre Nr. 1012. AID, Bonn 1997
ERBERSDOBLER, H.: Rapsöl in der Ernährung. ufop-Presseinformation, Bonn o.J.
N.N.: Krebserregend kochen. In: VitaMinSpur 11 (2), S. 57, 1996
NYDAHL, M. et al.: Similar serum protein cholesterol concentrations in healthy subjects on diets enriched with rapeseed and with sunflower oil.
In: Europ.J.Clin.Nutr. 48, S. 128-137, 1994
ÖLMÜHLE SOLLING (Hrsg.): Ölmühle Solling - Produktinformation Speiseöle, Bevern 1996

Quelle: UGB-Forum 5/98, S. 291-292


Dieser Beitrag ist dem UGB-Archiv entnommen.

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