Kohlenhydrate auf dem Prüfstand

Bislang gilt ein Anteil von über 50 Prozent Kohlenhydraten an der Gesamt­energiezufuhr als optimal. Diese Grenze gerät jedoch zunehmend in Diskussion, denn insbesondere Anhänger der Low-Carb- und Glyx-Diäten halten eine geringere Kohlenhydratzufuhr für sinnvoll. Um die Bedeutung der Kohlenhy­drate für die Gesundheit des Menschen zu überprüfen, haben Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) die aktuelle wissenschaftliche Literatur ausgewertet und zu einer Leitlinie zusammengefasst.

Vegane-Ernährung

Das überraschende Ergebnis: Für die meisten ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie Adipositas, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit oder Krebs spielt es keine entscheidende Rolle, wie hoch der Kohlenhydratanteil der Kost ist. Auch ob mehr Polysaccharide oder mehr Mono- und Disaccharide gegessen werden, beeinflusst das Risiko für diese Erkrankungen nicht. Ein hoher Verzehr von Vollkornprodukten wirkt sich dagegen auf zahlreiche Erkrankungen vorbeugend aus. So kann eine hohe Zufuhr an Vollkorn wahrscheinlich das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit und erhöhte Cholesterinspiegel verringern. Ballaststoffe aus Getreideprodukten zeigten sich darüber hinaus vorbeugend bezüglich Adipositas und Dickdarmkrebs. Aus den Ergebnissen folgern die Wissenschaftler: Es kommt weniger auf die Menge an Kohlenhydraten an als auf ihre Qualität. Und hier stehen Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten ganz vorne, wenn es um die Gesunderhaltung des Menschen geht.

Literatur:
DGE (Hrsg.) Evidenzbasierte Leitlinie „Kohlenhydratzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten“. www.dge.de/modules.php?name=St&file=w_leitlinien, Stand Februar 2011



Zurück zur Auswahlliste