Was ist konjugierte Linolsäure?

Konjugierte Linolsäure (Conjugated linoleic acid = CLA) ist eine modifizierte Form der Linolsäure, die in tierischen Fetten vorkommt. Eine gesundheitsfördernde Wirkung für den Menschen wird vermutet, konnte wissenschaftlich jedoch nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Konjugierte Linolsäuren: Einfachbindung statt Doppelbindungen

Konjugierte Linolsäuren werden im Pansen von Kühen, Schafen und Ziegen von Enzymen des Bakteriums Butyrovibrio fibrisolvens aus Linolsäure gebildet. Chemisch betrachtet unterscheiden sie sich von normaler Linolsäure dadurch, daß die Doppelbindungen nur durch eine Einfachbindung voneinander getrennt sind. Tierversuche deuten darauf hin, daß CLA eine krebshemmende und antioxidative Wirkung hat und den Glucose- und Fettstoffwechsel günstig beeinflußt. Bei Ratten mit einer Diabeteserkrankung, denen CLA unters Futter gemischt wurde, normalisierte sich der gestörte Zuckerstoffwechsel und die erhöhte Insulinkonzentration im Blut sank.

Bei Kaninchen und Hamstern verringerte konjugierte Linolsäure die Werte an LDL-Cholesterin und Triglyceriden im Blut.

Gleichzeitig wurden arteriosklerotische Gefäßveränderungen günstig beeinflußt. Mäuse, die mit CLA gefüttert wurden, zeigten eine veränderte Körperzusammensetzung. Der Fettanteil ging zurück und die fettfreie Masse und der Wassergehalt stiegen. Während Linolsäure hauptsächlich in pflanzlichen Samen und Ölen vorkommt, findet sich konjugierte Linolsäure in größeren Mengen in Butter, Milch und Milchprodukten sowie im Fleisch von Rind, Schaf und Ziege. Wissenschaftler der Universität Jena fanden heraus, daß das Milchfett von ökologisch erzeugter Milch dreimal mehr CLA enthält als konventionelles Milchfett. Die Weidehaltung und das Futter der Öko-Kühe werden dafür verantwortlich gemacht.

Konjugierte Linolsäure: Zufuhr über die Nahrung

Mit unserer Nahrung nehmen wir täglich etwa 300-500 Milligramm CLA auf. Überträgt man die in den Tierexperimenten verabreichten Konzentrationen auf den Menschen, müßten wir ein Vielfaches der derzeitigen Menge konsumieren. Ob dies sinnvoll ist, scheint jedoch fraglich. Denn CLA-reiche Lebensmittel enthalten gleichzeitig reichlich Fett, gesättigte Fettsäuren und Cholesterin. Zudem ist noch nicht geklärt, ob die biologischen Effekte der konjugierten Linolsäure auch auf den Menschen zutreffen.

LITERATUR:
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JAHREIS, G.: Krebshemmende Fettsäuren in Milch und Rindfleisch. In: Ernährungs-Umschau 44 (5), S. 168-172, 1997
JAHREIS, G.: Speisefette im Vergleich: Zur physiologischen Wirkung enthaltener Fettsäuren. In: Ernährungs-Umschau 44 (6), S. 192-197, 1998
SCHECK, A.: Butter zur Artherosklerose- und Krebsprophylaxe. In: Ernährungs-Umschau 45 (8), S. 282-284, 1998
N.N.: Risiko Linolsäure? In: VitaMinSpur 1, S. 43-44, 1999
N.N.: CLA. In: http.//www.hi-tec.de/database/spezielle-micronaehrstoffe/cla.htm, 1998

Quelle: Schubert, P.; Franz, W.: UGB-Forum 4/99, S. 233

Dieser Beitrag ist dem UGB-Archiv entnommen.

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