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UGB-Stellungnahme:
Überzogene Warnung vor Fencheltee

Ende Juni warnte das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz (BgVV) vor natürlichen Inhaltsstoffen aus bestimmten Gewürzen und Kräutertees. Mehrere Versuchsreihen hatten ergeben, dass die Pflanzenstoffe Estragol und Methyleugenol krebsauslösend und erbgutschädigend wirken. Beide kommen zum Beispiel in Estragon, Basilikum, Anis, Sternanis, Piment, Muskatnüssen, Lemongras Gewürzfenchel vor. Die in vielen Fällen von den Medien verkürzt wiedergegebene Presseerklärung verunsicherte zahlreiche Verbraucher

Inzwischen hat das Bundesinstitut ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein gänzlicher Verzicht auf Fencheltee und einige andere Tee- und Gewürzsorten nicht notwendig sei. Abgeraten wird nur von einem dauerhaften Gebrauch, der über die gelegentliche Verwendung in der Küche hinausgeht.

Der Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e. V. (UGB) kritisiert die übereifrige Berichterstattung, mit Schlagzeilen wie "Krebsgefahr durch Fencheltee". Bisher liegt noch keine einzige Studie vor, die die Gefahr durch Estragol oder Methyleugenol am Menschen nachgewiesen hat. "Die Ergebnisse aus Tierversuchen mit Reinsubstanzen sind nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragbar", gibt die Ernährungswissenschaftlerin Wiebke Franz, wissenschaftliche Leiterin der UGB-Akademie, zu bedenken. Zudem liegen die durchschnittlichen Aufnahmemengen weit unter denen, die in den Versuchen krebsauslösend wirkten. Gleichwohl empfiehlt die UGB-Expertin, die genannten Tees und Kräuter nicht täglich zu verzehren: "Wer ab und zu mal ein Gericht mit Fenchel oder Basilikum-Pesto isst, braucht sich keine Gedanken zu machen." Fencheltee, der Säuglingen häufig gegen Blähungen verabreicht wird, sollte allerdings nicht dauerhaft verabreicht werden. Allein schon deshalb, weil dann die positive Wirkung verloren geht.

zuletzt aktualisiert: 10.07.02


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