Ist Backtrennpapier gesundheitlich bedenklich?

Neueren Untersuchungen zufolge gehen von Backtrennpapier keine Stoffe ins Backgut über. Wird das Papier sachgemäß verwendet, sind daher keine gesundheitlichen Nachteile zu erwarten.

Backtrennpapier wird eingesetzt, damit sich Backwaren besser vom Backblech lösen. Hochverdichtete Zellulosefasern, die mit einer hauchdünnen Silikonschicht überzogen werden, sorgen dafür, daß nichts kleben bleibt. Ein weiterer Vorteil ist, daß das Blech nicht eingefettet werden muß und leicht zu säubern ist. Die gleiche Funktion hat Dauerbackfolie. Sie besteht aus Glasfasergewebe, das mit PTFE (Teflon) beschichtet und daher leicht zu reinigen ist. Wenn die Folie nicht geknickt oder durch Küchenwerkzeuge beschädigt wird, läßt sie sich immer wieder verwenden.

Durch eine Untersuchung der Zeitschrift Öko-Test geriet Backtrennpapier 1988 ins Kreuzfeuer der Kritik. Die Tester wiesen Weichmacher und Formaldehyd im Papier nach und hielten ihren Übergang ins Backgut für möglich. Zwei Hersteller reagierten prompt und ließen weitere Untersuchungen durchführen. Die beiden Firmen änderten daraufhin die Herstellung ihrer Produkte. Sie setzen nur noch Material ein, das frei von den gesundheitsschädlichen Stoffen ist. Inzwischen gibt es auch unbeschichtetes Backpapier, das laut Herstellerangaben zudem ungebleicht, kompostierfähig und absolut frei von chemischen Zusätzen ist. Labortests im Auftrag des Öko-Test-Magazins bestätigten, daß das Backpapier frei von giftigen Rückständen ist.

Aus ökologischen Gründen sollte auf Backtrennpapier dennoch verzichtet werden, da das Wegwerfprodukt eigentlich unnötig ist. Dauerbackfolie läßt sich zwar über einen längeren Zeitraum verwenden, besteht aber aus problematischen Materialien. Wenn das Backblech eingefettet oder bei fettigen Teigen vorher mit kaltem Wasser abgespült wird, läßt sich das Backgut auch ohne Trennpapier gut vom Blech lösen.

Doris Freund/ Wiebke Franz

LITERATUR:
MAIER-SPOHLER, G.: Backpapier - Zimtsterne mit Weichmacher? In: Öko-Test-Magazin 12, S. 67-69, 1988
MAIER GMBH, Backnang: Telefonische Auskunft vom 20.03.1998
MELITTA ÖFFENTLICHKEITSARBEIT, Minden: Telefonische und schriftliche Auskünfte vom Februar 1998
N.N.: Au Backe. In: Öko-Test-Magazin 11, S. 104-105, 1993
N.N.: Nachwirkungen. In: Öko-Test-Magazin 4, S. 28, 1989
N.N.: Nachwirkungen. In: Öko-Test-Magazin 10, S. 24, 1989
N.N.: Papiere, Kartons und Pappen für Backzwecke, Stand 1.12.1996. In: 194. Mitteilung Bundesgesundheitsblatt 40, 109, S. 122g-122p, 1997

Quelle: UGB-Forum 3/98, S. 172


Dieser Beitrag ist dem UGB-Archiv entnommen.

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