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Vitamin D: Mangel überbewertet

Vitamin D wird zwar auch über die Nahrung aufgenommen, zu etwa 80 Prozent entsteht es jedoch in der Haut unter Mitwirkung von ultraviolettem Licht. Im Winter, wenn die UV-Strahlung der Sonne schwach ist, wird weniger Vitamin D produziert und die Blutwerte sinken.

Zu einem bedenklichen Mangel komme es jedoch nur sehr selten, versichert Professor Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Mit dieser Ansicht schließen sich die deutschen Endokrinologen ihren US-amerikanischen Kollegen an, die die Zufuhr von Vitamin D und Calcium aktuell bewertet haben. Die amerikanischen Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass sowohl Calcium als auch Vitamin D für die Knochengesundheit eine wichtige Rolle spielen. Ob Vitamin D darüber hinaus Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislaufleiden, Auto-Immun­erkrankungen oder gar Krebs beeinflusse, sei alles andere als erwiesen. Derzeit gebe es keine Studien, die einen Zusammenhang zu diesen Erkrankungen sicher belegen. Vielmehr könne eine Überversorgung auch Gesundheitsrisiken wie Schwäche, Übelkeit und Nierenverkalkung bergen. Anstatt mit Vitamin-D-Präparaten eine Überversorgung zu riskieren, empfehlen die Experten, auch in der dunklen Jahreszeit täglich mindestens eine halbe Stunde ins Freie zu gehen.

Literatur:
Ross A C et al. The 2011 report on dietary reference intake for Calcium and Vitamin D from the Institute of Medicine: what clinicians need to know. J Clin Endocrinol Metab, 96 (1), 53-58, 2011
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (Hrsg.) Endokrinologen raten zum bewussten Umgang mit Vitamin-D-Präparaten, Presse-Info vom 08.02.11

Quelle: UGB-FORUM 2/2011, S. 98



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