Wie ist das Schlankheitsmittel Chitosan zu bewerten?

UGB-Archiv

Dieser Beitrag ist dem UGB-Archiv entnommen.
Wir weisen darauf hin,
dass die Inhalte durch
neue wissenschaftliche
Erkenntnisse möglicher-
weise neu bewertet werden müssen.

Chitosan ist ein unverdauliches Kohlenhydrat, das einen Teil des aufgenommenen Nahrungsfettes binden und so die Energieaufnahme senken kann. Da Chistosan aber keine Änderung der Ernährungsgewohnheiten bewirkt, ist es zum Abbau von Übergewicht nicht zu empfehlen.

Als Chitosan wird ein unverdaulicher Ballaststoff bezeichnet, der aus dem Polysaccharid Chitin hergestellt wird. Chitin findet sich natürlicherweise in den Panzern von Schalentieren wie Krabben und Garnelen sowie in Insekten. Es kommt außerdem in Pilzen als Gerüstsubstanz vor. Zur Produktion von Chitosan werden größtenteils Abfälle der Krabbenfischerei verwendet. Aufgrund seiner chemischen Struktur ist der Ballaststoff in der Lage, ein Vielfaches seines Eigengewichtes an Fett zu binden. Die so gebundenen Fette sind für den Körper nicht mehr verfügbar und werden über den Stuhl ausgeschieden. Die Energieaufnahme ist dadurch geringer und der Cholesterinspiegel kann sinken. Darüber hinaus soll Chitosan unter anderem die Plaquebildung auf Zähnen vermindern und den Blutdruck sowie das Dickdarmkrebsrisiko senken. Die Einnahme von Chitosan bringt allerdings einige Nachteile mit sich: Ein hoher Fettgehalt im Stuhl kann zu unangenehmen Durchfällen führen. Steht im Darm nicht ausreichend freies Fett zur Verfügung, kann die Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen beeinträchtigt werden. Zudem kann Chitosan auch andere Substanzen binden und sollte daher nicht gleichzeitig mit Medikamenten eingenommen werden. Langfristig ist durch die Einnahme von Chitosan keine stabile Gewichtsabnahme zu erwarten. Nur wenn der Betroffene sein Ernährungs- und Bewegungsverhalten verändert, lassen sich überflüssige Pfunde dauerhaft abbauen. Eine abwechslungsreiche Vollwert-Ernährung in Verbindung mit regelmäßiger Bewegung ist auf Dauer wirkungsvoller und gesünder.

LITERATUR:
BALTES, W.: Lebensmittelchemie. Springer Verlag, Berlin 1995
KINDT, M.: Chitosan - "Der" Fettmagnet? In: http://www.kaj.ch/fitness/studien/Chitosan.html, 1999
N.N.: Chitosan: The nutrient that binds fat. In: http://members.tripod.com/Dalwoo/whatischitosan.html, 1999
N.N.: Schlankheitsfördernde Substanzen. Chitosan.
In: http://www.hi-tec.de/hitec/puplications/diaetbuch/substanz.html, 1999

Quelle: UGB-Forum 3/99, S. 172

Was sind Ihnen unabhängige Informationen über Ernährung und Gesundheit wert?
Sie helfen uns, wenn Sie eine Spende überweisen auf:
UGB e.V., Postbank Frankfurt/M. (BLZ 500 100 60), Konto-Nr. 270-600
Übrigens, in Deutschland sind Mitgliedsbeitrag und Spenden steuerlich absetzbar.

zurück zur Auswahlliste



nach oben Seite zu meinen Favoriten hinzufügen