Rückblick auf das UGB-Symposium 2026

Eine Frage des Geschlechts?

Einfluss auf Gesundheit und Ernährungsverhalten

Tagungen

Zyklusbasierte Ernährung gilt in sozialen Medien zunehmend als Schlüssel zu mehr Wohlbefinden und hormoneller Balance. Doch wie tragfähig sind diese Versprechen? Im Rahmen des UGB-Symposiumsvom 13.-14.05.2026 wurde dieser Trend kritisch beleuchtet und wissenschaftlich eingeordnet.

Ernährungswissenschaftlerin Jacqueline Veit relativierte den tatsächlichen Nutzen der zyklusbasierten Ernährung. Die UGB-Dozentin betonte die Evidenz einer vollwertigen Ernährung. Eine Analyse von auf Instagram veröffentlichten Beiträgen zur zyklusbasierten Ernährung zeige zudem Defizite in Wissenschaftlichkeit und Transparenz.

In weitere Vorträgen wurde deutlich, dass geschlechtsspezifische Aspekte in Diagnostik und Therapie häufig unzureichend berücksichtigt werden. So können sich identische Erkrankungen unterschiedlich äußern und werden insbesondere bei Frauen häufiger psychologisiert. Zugleich betonten die Expert:innen die Bedeutung von Geschlechterrollen und -identitäten für Körperbild, Essverhalten und Krankheitsrisiken. Auch gesellschaftliche Einflussfaktoren rückten in den Vordergrund: So erwiesen sich Werbung und Rollenbilder als prägend für Essgewohnheiten und Gesundheitskompetenz. Dies erfordere eine geschlechtsspezifische Ernährungsberatung und Prävention.

Die an Fachkräfte aus Ernährung und Medizin gerichtete Veranstaltung griff zentrale Fragen für eine differenzierte, geschlechtersensible Praxis auf. Das UGB-Symposium machte deutlich, dass geschlechtersensible Ansätze in Prävention und Beratung nicht nur biologisches Wissen, sondern auch den sozialen Kontext einbeziehen sollten.