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Natürlich Kuren will geplant sein

In Deutschland gibt es rund 1400 Reha-Kliniken. Viele dieser Kurhäuser bieten naturheilkundliche Behandlungsmethoden an. Unsere Tipps helfen Ihnen, Einrichtungen mit ganzheitlichem Angebot zu finden und zeigen, worauf Sie bei der Planung einer Bio-Kur achten sollten.

Wer eine Kur plant und Wert auf eine naturheilkundliche Therapie legt, hat es nicht leicht, eine entsprechende Kurklinik zu finden. Denn Ärzte und Krankenkassen haben meist keine Übersicht, welche Klinik etwa mit Akupunktur, Heilfasten oder Homöopathie behandelt oder vegetarische Vollwertkost anbietet. Für die Bewilligung einer Kur benötigen Sie zunächst ein ärztliches Zeugnis, das die medizinische Notwendigkeit bescheinigt. Das Attest reichen Sie dann zusammen mit einem Antrag bei Ihrer Krankenkasse ein. Teilweise übernehmen zwar die gesetzlichen Rentenversicherungsträger die Kosten, um die Abwicklung kümmert sich aber die Krankenkasse. Wird die Kur genehmigt, wählt die Kasse bzw. Rentenversicherung eine geeignete Klinik nach medizinischen Gesichtspunkten aus. Aber auch Vorschläge des behandelnden Arztes und der Wunsch des Patienten können berücksichtigt werden. Sollten Sie also eine ganzheitliche Behandlungsmethode oder eine Klinik mit naturheilkundlichem Angebot im Auge haben, besprechen Sie das vorab mit Ihrem Arzt und teilen es Ihrer Krankenkasse bei Antragstellung mit. Wenn sich Ihre Krankenkasse quer stellt, geben Sie nicht gleich auf. Oft lohnt es sich, hartnäckig zu bleiben.

Ob Behandlung und Aufenthalt in der gewünschten Einrichtung bezahlt werden, hängt davon ab, ob mit der Klinik ein Versorgungsvertrag besteht. Mit welchen Häusern ein solcher Vertrag geschlossen wird, entscheiden die Verbände der Krankenkassen unabhängig von den angebotenen Behandlungsmethoden. Entscheidend ist, dass die Kliniken gewisse Kriterien erfüllen, z. B. hinsichtlich der Personalausstattung oder den Räumlichkeiten. Viele der mehr als 1000 Vertragshäuser bieten inzwischen auch naturheilkundliche Verfahren an, allerdings in ganz unterschiedlichem Umfang. Die Methoden reichen von Atemtherapie über Akupunktur und Reflexzonenmassage bis zu Ozon-, Phyto- und Zelltherapie. Um sicher zu gehen, dass Sie die Kosten erstattet bekommen, sollten Sie eine Kur niemals ohne schriftliche Kostenübernahmeerklärung Ihrer Krankenkasse oder Rentenversicherung antreten.

Freie Wahl nur bei höherem Eigenanteil

Völlig freie Wahl über Ort und Kurklinik haben Sie bei einer so genannten "ambulanten Vorsorgeleistung", früher auch als offene Badekur bezeichnet. Dabei zahlt der Kurgast Unterbringung und Verpflegung bis auf einen Zuschuss von 15 Mark am Tag selbst. Die Untersuchung durch den Kurarzt und die verordneten Heilmittel bzw. Anwendungen werden aber von der Krankenkasse übernommen, der Eigenanteil beträgt in der Regel 15 Prozent. Die ambulante Vorsorgeleistung muss wie die stationäre Rehabilitation - so heißt die "normale" Kur im Fachjargon - genehmigt werden; es ist also ebenfalls ein formeller Antrag und ein ärztliches Attest notwendig. Wird die Kur bewilligt, stellt die Krankenkasse einen Kurarztschein aus. Heilmittel und Anwendungen können dann von einem Kurarzt mit Kassenzulassung verschrieben werden.

Bei Privaten auf Sondertarife achten

Wer privat krankenversichert ist und in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, muss die Kur direkt beim Rentenversicherungsträger (LVA oder BfA) beantragen, der auch die Kosten übernimmt. Sind Sie nicht gesetzlich rentenversichert, kommt es auf den Vertrag an, den Sie mit der privaten Krankenversicherung abgeschlossen haben. In der Regel sind Leistungen für eine Kur nicht in der privaten Versicherung enthalten. Einige Anbieter offerieren aber spezielle Zusatztarife. Je nach Vertragsmodell wird dann bei Kuren ein Teil der Kosten für Unterbringung, Verpflegung und Behandlung von der Versicherung übernommen.

Bei der Suche nach naturheilkundlich orientierten Einrichtungen helfen verschiedene Anlaufstellen weiter. Wer einen Internetanschluss hat, kann es z. B. bei www.datadiwan.de versuchen . Auf der Web-Site der Patienteninformation für Naturheilkunde e. V. kann in der Suchfunktion Krankheitsbild, gewünschtes Therapieverfahren oder die bevorzugte Region eingegeben werden. Unter mehr als 200 Bio-Kliniken sucht die Datenbank den passenden Eintrag und informiert zum Teil ausführlich über das medizinische Konzept, Behandlungsschwerpunkte und Spezialgebiete der jeweiligen Einrichtung. Der Verein bietet seine Dienste auch per Telefon an. Telefon- und Online-Dienst sind bis auf Verbindungskosten gebührenfrei. Der gemeinnützige Verein bittet die Anrufer aber um eine Spende oder lädt zur Fördermitgliedschaft ein.

Kostenlose Unterstützung bei der Suche nach alternativen Kliniken liefert auch das Zentrum zur Dokumentation für Naturheilverfahren e. V. Anrufer werden telefonisch beraten und können sich aus der Datenbank der Dokumentationsstelle Kliniken - auch Privatkliniken - mit speziellen Therapiemethoden nennen lassen. Zum Teil recherchiert der Verein auch nach einzelnen Indikationen. Kosten fallen lediglich für die Telefonverbindung an. Ein völlig gebührenfreies Service-Telefon bietet der Nordrhein-Westfälische Heilbäderverband an. Neben Infos zur Planung einer Kur, hilft der Verband auch bei der Suche nach alternativen und konventionellen Kurkliniken in ganz Deutschland, mit Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen. Wer speziell nach Kliniken zur Krebsbehandlung sucht, kann bei der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr in Heidelberg telefonisch Broschüren mit Adressen von Kliniken und deren Therapieangebot anfordern.

Ratgeber für Bio-Kuren

Sehr umfangreiche Informationen gibt der Ratgeber "Bio-Kliniken & Kur". Dort sind rund 700 Krankenanstalten und Kureinrichtungen in Deutschland und dem näheren Ausland aufgeführt. Neben der Adresse ist bei vielen Einrichtungen Wissenswertes über die angebotenen Alternativ-Therapien und Kostformen zu erfahren. Die Kliniken sind nach Postleitzahlen sortiert. Über das Register finden die Leser die Kliniken aber auch nach Krankheiten und Naturheilmethoden wie Colon-Hydro-Therapie oder Magnetfeldbehandlung sortiert. Außerdem gibt der Autor ausführliche Tipps zur Kostenerstattung, stellt erfolgreiche Kurkonzepte wie Ayurveda oder Heilfasten vor und fasst spezielle Angebote für Senioren und Frauen zusammen.
Günstig ist es natürlich, wenn Sie sich von einem naturheilkundlich erfahrenen Arzt beraten lassen. Er kennt in der Regel verschiedene Therapieverfahren - vielleicht sogar auch Kurkliniken - und weiß, welche Methoden am besten für Ihre Beschwerden geeignet sind.

Quelle: Barth, A.: UGB-Forum 6/00, S. 309-310

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