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Zu viel Salz hemmt Immunsystem

Ein hoher Salzkonsum hemmt die Funktion bestimmter Fresszellen des Immunsystems. Überschüssiges Salz wird über die Nieren ausgeschieden. Dabei kommt es zu einer Anhäufung von Glukokortikoiden, die die Immunabwehr hemmen.

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Eine Forschergruppe konnte zunächst im Tiermodell nachweisen, dass durch salzreiches Futter bakterielle Infekte erheblich schwerwiegender verliefen. Anschließend nahmen Freiwillige über eine Woche täglich sechs Gramm Salz auf. Daraufhin stiegen ihre Glukokortikoidspiegel im Blut an und bestimmte Immunzellen (neutrophile Granulozyten), die Bakterien attackieren, reagierten deutlich schwächer. Dies lässt vermuten, dass eine salzreiche Ernährung die Abwehrkräfte schwächen könnte. Krankheiten bakteriellen Ursprungs wie Infektionen mit Listerien oder E. coli-Bakterien könnten dadurch schwerer verlaufen. Während die DGE als Orientierung zu nicht mehr als 6 g Salz am Tag rät, empfiehlt die WHO, täglich nicht mehr als 5 g aufzunehmen. In Deutschland wird diese Empfehlung jedoch häufig deutlich überschritten.

Quelle: Julia Bansner/Hans-Helmut Martin. UGBforum 03/20, S.146

Literatur:
Jobin K et al (2020). A high-salt diet compromises antibacterial neutrophil responses through hormonal perturbation. Science Translational Medicine. DOI: 10.1126/scitranslmed.aay3850