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Weizensensitivität ernst nehmen

Immer öfter berichten Menschen über Probleme mit der Verträglichkeit von Weizen. Diese Beschwerden stellen Mediziner vor ein Rätsel, vor allem wenn bei den Betroffenen keine Zöliakie oder Getreideallergie vorliegt. Dass die so genannte Weizensensitivität durchaus einen immunologischen Hintergrund haben kann, fanden jetzt Forscher der Columbia Universität New York heraus.

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Sie untersuchten das Blut von 80 Patienten mit Weizensensitivität und verglichen die Ergebnisse mit denen von 40 Zöliakiepatienten und 40 Gesunden. Die Analyse ergab bei den Patienten mit Weizensensitivität signifikant höhere Immunmarker an löslichem CD14 und Lipopolysaccharid-bindendem Protein (LPS). Beide Parameter weisen auf eine gesteigerte Aktivität des Immunsystems hin. Ebenfalls erhöht waren Faktoren, die durch bakterielle Bestandteile im Blut entstehen. Da Bakterien normalerweise durch die Epithelzellen des Darms vom Blutkreislauf abgeschirmt werden, vermuten die Forscher bei den Betroffenen Defekte in der Darmbarriere.

Auch die Messung eines weiteren Proteins im Blut deutet auf eine Schädigung der Darmzellen hin. Eine Untergruppe von 20 Patienten strich für sechs Monate Weizen, Roggen und Gerste vom Speiseplan. Bei ihnen gingen alle auffälligen Parameter im Blut zurück und die Beschwerden verbesserten sich signifikant. Nach Ansicht der Wissenschaftler können die gemessenen Blutwerte in Zukunft dazu beitragen, die Erkrankung besser zu diagnostizieren. Hierzu seien aber noch weitere Forschungen nötig.

Quelle: Dittrich K. UGBforum 5/16, S. 253

Literatur:
Uhde M et al (2016). Intestinal cell damage and systemic immune activation in individuals reporting sensitivity to wheat in the absence of coeliac disease. Gut, published online first, july 25, doi:10.1136/gutjnl-2016-311964



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