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Weichmacher: Risiko für allergisches Asthma

Phthalate sind Weichmacher und kommen weltweit in Plastikprodukten, Kosmetika, Putzmitteln, Spielzeug und Baumaterialien vor. Sie gelangen über die Nahrung und die Atemwege in den menschlichen Körper.

wissenschaft aktuell Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, der Universität Leipzig und des Deutschen Krebsforschungszentrums fanden nun heraus, dass eine Belastung von Müttern mit Phthalaten das Risiko für allergische Asthmaerkrankungen bei ihren Kindern erhöhen kann.

Dazu bestimmten die Wissenschaftler die Menge des Phthalat-Abbauprodukts MnBP in Urinproben von 540 Schwangeren. In einem Follow-Up nach sechs Jahren wurden 371 ihrer Kinder untersucht. Ein erhöhtes Risiko für Asthmasymptome stellten sie nur bei Kindern vormals hoch belasteter Mütter fest.

Im Mausmodell wurde daraufhin trächtigen Mäusen Phthalat zugeführt, sodass die MnBP-Konzentration im Urin mit den hoch belasteten Schwangeren vergleichbar war. Die Mäuse-Nachkommen wiesen selbst in der Enkelgeneration noch eine deutliche Neigung zu allergischem Asthma auf. Als Ursache machten die Wissenschaftler eine verstärkte Methylierung bestimmter Gene ausfindig, die dadurch nicht mehr abgelesen werden können. Eine gezielte Demethylierung, also ein Anschalten dieser Gene, führte bei den Mäusen zu einer Verbesserung der Symptome. Die methylierten DNA-Abschnitte fanden die Wissenschaftler auch bei den asthmakranken Kindern wieder. Offensichtlich führten die Weichmacher über epigenetische Veränderungen zu einem erhöhten Asthmarisiko.

Quelle: Banser J. UGBforum 4/17, S. 199

Literatur:
Jahreis S et al. Maternal phthalate exposure promotes allergic airway inflammation over two generations via epigenetic modifications. Journal of Allergy and Clinical Immunology. DOI: 10.1016/j.jaci.2017.03.017



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