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Taillenumfang: Marker für Diabetes

Bislang galt ein erhöhtes Körpergewicht als wichtiger Risikofaktor für Typ-2-Diabetes. Einer aktuellen Studie zufolge ist jedoch weniger das absolute Gewicht entscheidend als vielmehr die Verteilung des Körperfetts.

wissenschaft-aktuell

Für ihre Analyse werteten Wissenschaftler der Universität Halle die Daten von gut 10.000 Personen aus. Sie erfassten das Gewicht der Teilnehmer, ihren Body Mass Index (BMI), den Taillenumfang in Zentimetern (WC), die Waist-to-hip-ratio (WHR) sowie die Waist-to-height-ratio (WHtR). Bei den beiden Letzteren wird der Taillenumfang durch den Hüftumfang bzw. die Körpergröße geteilt.

Alle erfassten Marker zeigten einen moderaten Zusammenhang zu dem Auftreten von Typ-2-Diabetes. Im Gegensatz zu Gewicht und BMI gaben ein erhöhter Taillenumfang und die Waist-to-height-ratio jedoch bei Männern wie Frauen einen deutlicheren Hinweis auf das Diabetesrisiko. Mit der WHtR könnten fünf mehr Diabetesfälle von 100 identifiziert werden, so die Forscher. Die Waist-to-hip-ratio dagegen hatte bei den meisten untersuchten Untergruppen nur eine schwache Beziehung zu einer Diabeteserkrankung.

Nach Ansicht der Autoren gibt das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang weniger gut den Anteil an Bauchfett wieder als andere. Die Messung des Taillenumfangs liefert dagegen aussagekräftige Informationen über das Bauchfett. Dieses viszerale Fettgewebe ist besonders stoffwechselaktiv und setzt freie Fettsäuren, Hormone sowie Zytokine frei, die das Diabetesrisiko erhöhen können.

Die Autoren halten daher die Messung des Taillenumfangs (WC) für eine praktikable Methode für Allgemeinmediziner, um das Diabetesrisiko eines Patienten besser einschätzen zu können. Zur Beurteilung sollten die Methoden allerdings besser standardisiert werden.

Quelle: Dittrich K. UGBforum /16, S. 150

Literatur:
Hartwig S et al (2016). Anthropometric markers and their association with incident type 2 diabetes mellitus: which marker is best for prediction? Pooled analysis of four German populationbased cohort studies and comparison with a nationwide cohort study. BMJ Open 6:e009266. doi:10.1136/bmjopen-2015-009266



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