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Selenmangel durch Klimawandel

Selen ist ein wichtiger Bestandteil von Enzymen. Das Spurenelement kann außerdem Schwermetalle an sich binden, die Körperzellen vor freien Radikalen schützen und die körpereigene Abwehr stärken.

wissenschaft aktuell

Weltweit leiden etwa eine Milliarde Menschen unter Selenmangel. Wie viel wir über die Nahrung aufnehmen, hängt vom Selengehalt der Böden ab. Forscher vom Institut für Wasserwissenschaft und Technologie in der Schweiz sowie Kollegen aus Deutschland und Großbritannien haben in einer Studie über 33.000 Bodenproben untersucht, um die globale Verteilungen von Selen zu erfassen und den Einfluss von äußeren Faktoren auf den Selengehalt zu ergründen. Vor allem die Wechselwirkungen zwischen Klima und Boden spielten eine Rolle für die Verteilung von Selen. Den größten Einfluss haben Niederschläge sowie das Verhältnis zwischen Niederschlag und Verdunstung (Trockenheitsindex).

Die Studie berechnete Veränderungen des Selengehalts in den Böden und erstellte Prognosen für die Zukunft. Eine Übersäuerung der Böden, die durch den sauren Regen und die Verwendung sulfathaltiger Düngemittel hervorgerufen wird, ist demnach wesentlich verantwortlich für einen Rückgang des Selengehaltes. Die durch den Klimawandel jetzt sowie in Zukunft immer häufiger auftretenden Stark­regenfälle schwemmen zusätzlich Selen aus dem Boden. Diese Einflüsse bewirken aus Sicht der Wissenschaftler eine einschneidende Veränderung der Bodenqualität mit deutlich geringeren Selengehalten. Sie befürchten, dass der Selenmangel weltweit zunehmen wird.

Quelle: Verena Willers/Hans-Helmut Martin. UGBforum 3/17, S. 147

Literatur:
Jones GD et al (2017). Selenium deficiency risk predicted to increase under future climate change. PNAS 114, S. 2848-2853



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