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Schwangerschaftsdiabetes: Stillen lohnt sich

Frauen, die an einem Schwangerschaftsdiabetes leiden, können sich durch Stillen vor einer späteren Erkrankung an Typ-2-Diabetes schützen. Dies hat die Untersuchung eines deutschen Forscherteams mit 200 Schwangeren ergeben.

wissenschaft aktuell

Etwa vier Prozent aller Schwangeren in Deutschland leiden unter einem Schwangerschaftsdiabetes. Auch wenn sich der Blutzuckerspiegel nach der Geburt wieder normalisiert, entwickelt die Hälfte der Betroffenen in den nächsten zehn Jahren dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte. Um den Einfluss des Stillens auf den Diabetesverlauf zu verstehen, untersuchten die Forscher die Frauen durchschnittlich dreieinhalb Jahre nach der Geburt und bestimmten verschiedene Stoffwechselparameter.

Die Auswertung ergab, dass eine Stilldauer von mindestens drei Monaten positive Effekte auf Stoffwechselprodukte wie Phospholipide, Leucine und verzweigtkettige Aminosäuren hat, die mit einem frühen Diabetes und Insulinresistenz in Zusammenhang stehen. Auf die Insulinempfindlichkeit oder Insulinresistenz hatte die Stilldauer allerdings keinen Einfluss. Der positive Effekt war unabhängig von Alter und Bodx-Mass-Index der Teilnehmerinnen.

Aufgrund ihrer Ergebnisse empfehlen die Forscher, Frauen mit Gestationsdiabetes zu einer Stilldauer von mindestens drei Monaten zu motivieren. Umfragen zufolge stillen Schwangerschaftsdiabetikerinnen seltener und kürzer als andere Schwangere.

Quelle: Dittrich K. UGBforum 6/16, S. 306

Literatur:
Much D et al (2016). Lactation is associated with altered metabolomic signatures in women with gestational diabetes. Diabetologia 59, 2193-2202, doi:10.1007/s00125-016-4055-8



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