Abmelden

Der Zugang zu den Fachinformationen exklusiv für Mitglieder und Abonnenten ist jetzt für Sie freigeschaltet.

Positives Denken beeinflusst Demenz

Eine positive Einstellung zum Alter bietet offenbar einen gewissen Schutz vor Demenz, wie amerikanische Forscher berichten.

wissenschaft aktuell

Etwa ein Viertel der Bevölkerung trägt ein hohes genetisches Risiko für Demenz, dennoch tritt sie bei vielen nicht auf. Wissenschaftler untersuchten nun über vier Jahre bei 4765 gesunden und durchschnittlich 72 Jahre alten Probanden, ob eine positive Einstellung zum Alter das Erkrankungsrisiko vermindert. Etwa ein Viertel der Teilnehmer war genetisch vorbelastet. Nach Herausrechnen von Einflussfaktoren wie Geschlecht, Alter oder Bildung ergab sich ein Demenzrisiko von 2,6 % für diejenigen mit positiver Alterseinstellung und eines von 4,6 % mit überwiegend negativen Gedanken zum Alter. Auch für die positiv gestimmten, genetisch Vorbelasteten verringerte sich das Risiko für Demenz um die Hälfte im Vergleich zu Genträgern mit negativer Einstellung. Ihr Demenzrisiko glich sich durch positives Denken sogar dem der nicht genetisch vorbelasteten Probanden an. Die Forscher vermuten, dass durch positive Altersüberzeugungen Stress im Körper reduziert und die Ablesung bestimmter Gene beeinflusst wird. Das Gute: Die Wissenschaftler halten es für möglich, dass Maßnahmen, die eine positive Haltung zum Alter fördern, kognitive Leistungen verbessern und das Demenzrisiko senken könnten.

Quelle: Julia Bansner/Hans-Helmut Martin. UGBforum 3/18, S. 147

Literatur:
Levy BR et al (2018). Positive age beliefs protect against dementia even among elders with high-risk gene. PLoS ONE, 13, e0191004. doi.org/10.1371/journal.pone.0191004

Foto: Yuri Arcurs/Fotolia.com