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Polyphenole gegen Karies

In unserem Mund tummeln sich über 700 Bakterienarten; einige davon schaden Zähnen oder Zahnfleisch. Ob die gesundheitsförderlichen Polyphenole auf zahnschädigende Bakterien wirken, untersuchten Wissenschaftler jetzt in einem Modell aus künstlichem Zahnfleischgewebe (Fibroblasten).

wissenschaft aktuell

Dazu testeten sie die Polyphenole Kaffee- und p-Cumarinsäure aus herkömmlichem Rotwein ebenso wie handelsübliche Präparate mit Extrakten aus Rotwein und Weintrauben. Die im Versuch eingesetzten Konzentrationen der Polyphenole reichten aus, um die Anhaftung eines Parodontose begünstigenden Bakteriums zu reduzieren; vollständig eliminieren ließ es sich nicht. Kaffeesäure und p-Cumarinsäure reduzierten außerdem die Anlagerung von zwei kariogen wirkenden Bakterienarten um bis zu 40 Prozent. Durch die Kombination der Polyphenole mit einem probiotischen Bakterium hefteten sich sogar nur halb so viele schädliche Bakterien an. Bestätigen sich die Ergebnisse auch beim Menschen, könnten Polyphenole künftig gezielt zur Vorbeugung von bakteriellen Erkrankungen im Mund eingesetzt werden. Sie sind in zahlreichen Gemüse- und Obstsorten enthalten.

Quelle: Julia Bansner/Hans-Helmut Martin. UGBforum 3/18, S. 146

Literatur:
Esteban-Fernández A et al (2018). Inhibition of Oral Pathogens Adhesion to Human Gingival Fibroblasts by Wine Polyphenols Alone and in Combination with an Oral Probiotic. J Agric Food Chem. 66, 2071-2082