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Mischkost, vegetarisch oder vegan: Was ist besser?

Ob vegan, vegetarisch oder Mischkost – was bei uns auf den Tisch kommt, spielt für die Versorgung mit Nährstoffen durchaus eine Rolle. Wissenschaftler aus der Schweiz haben die Nährstoffsituation von 100 Mischköstlern, 53 Ovo-Lacto-Vegetariern und 53 Veganern miteinander verglichen.

wissenschaft aktuell

Die Analyse von Blut- und Urinproben zeigte, dass alle Gruppen mit verschiedenen Nährstoffen knapp versorgt waren. Bei den Mischköstlern fielen besonders die geringen Folatspiegel im Blut auf. Auch die Zufuhr von Magnesium, Vitamin C, Beta-Carotin und Ballaststoffen über die Nahrung lag unter der von anderen Gruppen.

In der vegetarischen Kost kamen hauptsächlich Vitamin B6 und Niacin zu kurz, wohingegen die Veganer am wenigsten Zink im Blut aufwiesen. Alle drei Gruppen nahmen zwar etwa gleich viel Zink über die Nahrung auf, aus pflanzlichen Quellen wird der Mineralstoff aber wegen der gleichzeitig vorkommenden Phytate schlechter resorbiert. Die Vitamine D und B12 finden sich in der veganen Kost nur in Spuren. Die Blutspiegel der Veganer lagen dennoch im Rahmen, weil viele Supplemente einnehmen. Während der Untersuchung mussten sie allerdings abgesetzt werden.

Eine geringe Jodausscheidung über den Urin deutete bei den Veganern auf eine unzureichende Versorgung hin. In der veganen Ernährung fallen Milch und Milchprodukte als wichtige Jodquelle weg. Ohne Milch ist es auch schwer, auf eine ausreichende Calciumzufuhr zu kommen, was sich in der Studie bestätigte.

Die knappe Versorgung der Vegetarier mit Vitamin B6 erklären sich die Forscher damit, dass in der Gruppe sowohl Fleisch als gute Quelle fehlt, als auch – im Gegensatz zu Veganern – andere B6-Träger wie Sojabohnen, Hefe und Sprossen selten auf den Tisch kommen. Der Eisenstatus unterschied sich bei den drei Gruppen kaum. Da alle Gruppen das eine oder andere Defizit aufwiesen, könne man keine Kostform besonders herausstellen, folgern die Forscher. Es sei mit allen drei Varianten möglich, sich einigermaßen gut mit Nährstoffen zu versorgen, wenn man sich der einzelnen Schwachstellen bewusst sei.

Quelle: Dittrich K. UGBforum 2/16, S. 97

Literatur:
Schüpbach R et al ( 2015). Micronutrient status and intake in omnivores, vegetarians and vegans in Switzerland. Eur J Nutr, 1-11, DOI 10.1007/s00394-015-1079-7



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