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Heimische Proteinquelle

Raps könnte Soja als Proteinquelle zukünftig ersetzen. Forscher der Universität Halle-Wittenberg untersuchten die Eignung von Rapsprotein für die menschliche Ernährung, da die Aminosäurezusammensetzung ebenso günstig wie die von Sojaprotein ist.

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Zwanzig gesunden Studienteilnehmern im Alter von 18 bis 65 Jahren wurde nach Testmahlzeiten innerhalb von sechs Stunden regelmäßig Blut abgenommen, um die Wirkung des Proteins auf den Stoffwechsel zu beobachten. Die Testmahlzeiten bestanden aus Weizennudeln mit Tomatensoße pur oder ergänzt um isoliertes Raps- beziehungsweise Sojaprotein. Nach dem Essen unterschieden sich Parameter wie Blutdruck und Lipidwerte bei beiden Proteingruppen kaum. Die Insulinantwort fiel nach der Mahlzeit mit Rapsprotein jedoch geringer aus als nach den anderen Essen; zudem gaben die Teilnehmer ein stärkeres Sättigungsgefühl an. Die Forscher führen dies auf den Sättigungseffekt einzelner Aminosäuren zurück. Rapsprotein weist im Vergleich zu Sojaprotein höhere Mengen an Methionin und Cystein auf und geringere an Lysin und Phenylalanin. Das bisher als Tierfutter genutzte Rapsprotein halten die Wissenschaftler für eine vielversprechende heimische Proteinquelle für die menschliche Ernährung.

Quelle: Julia Bansner/Hans-Helmut Martin. UGBforum 6/20, S.302

Literatur:
Volk C et al. (2020). Postprandial Metabolic Response to Rapeseed Protein in Healthy Subjects. Nutrients. doi: 10.3390/nu12082270.

Foto: Christophe B./Fotolia.com