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Erhöhte Gefahr für Darmkrebs?

Eine schwefelreiche Ernährungsweise steht in Verdacht, das Wachstum schwefelabbauender Bakterien im Darm zu fördern. Über die Bildung von Schwefelwasserstoff könnte dies das Risiko für Darmkrebs erhöhen.

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©stokkete/Adobe.Stock

Schwefelhaltige Verbindungen sind in proteinreichem Fleisch oder auch Süßstoffen enthalten. Bestimmte Darmbakterien verstoffwechseln sie unter anderem zu Schwefelwasserstoff. Der aktuellen Forschung zufolge kann Schwefelwasserstoff Schäden an der DNA verursachen und die Bildung von Tumoren begünstigen. Genauere Analysen ergaben, dass bei hohem Konsum niedrigkalorischer Getränke mit Süßstoffen der Schwefelbakterienanteil am größten ist, gefolgt von reichlichem Verzehr stark verarbeiteter Fleischwaren, Butter, Bier, Pommes frites sowie rotem Fleisch. Der Verzehr von Gemüse, Obst und Vollkorngetreide bewirkte dagegen eine geringere Zahl an Schwefelbakterien. Die Erkenntnisse sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Schwefelbakterien im Darm sind erst einmal nur ein möglicher Marker für den Verzehr bestimmter Lebensmittel, die nicht in großen Mengen konsumiert werden sollten. Inwiefern diese ursächlich das Darmkrebsrisiko beeinflussen, ist unklar.

Quelle: Julia Bansner/Hans-Helmut Martin. UGBforum 03/22, S. 147

Literatur

Wang Y et al. (2021). Association between the sulfur microbial diet and risk of colorectal cancer. JAMA Network Open 4. doi.org/10.1001/jamanetworkopen. 2021.34308