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Antibiotikaresistenzen in Lebensmitteln

Zahlreiche Bakterien, die schädlich für den Menschen sind, haben bereits Resistenzen gegen wichtige Antibiotika entwickelt. Das heißt, die Arznei bleibt unwirksam. Wer sich mit einem resistenten Erreger infiziert, muss mit einem längeren Krankheitsverlauf rechnen.

Vegane-Ernährung

In bestimmten Fällen kann eine solche Infektion sogar lebensbedrohlich werden. Das ganze Ausmaß der Antibiotikaresistenzen in der Lebensmittelkette hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) jetzt in zwei Berichten zusammengefasst. Untersuchungen aus den Jahren 2000 bis 2009 ergaben, dass vor allem Masthähnchen, Hühner, Puten sowie Mastkälber Erreger enthalten können, die resistent gegen die seit langem genutzten Antibiotika Streptomycin und Tetrazyklin sind. Selbst Resistenzen gegen Antibiotika, die von der WHO als besonders wichtig eingestuft werden, konnten die Forscher feststellen. Salmonellen von Hühnern, Puten und deren Fleisch waren zu 60 bis 85 Prozent resistent gegenüber Fluorchinolonen.
Die Bakterien Escherichia coli und Campylobacter vom Hähnchen und Mastkalb zeigten sich in ähnlicher Größenordnung resistent. Sogar gegenüber dem als Breitbandantibiotikum genutzten Cephalosporinen der dritten Generation zeigten sich bereits fünf Prozent der Escherichia coli-Proben und ein Prozent der Salmonellen-Proben von Masthähnchen immun. Problematisch ist auch, dass die Bakterien ihre Resistenzen an andere Krankheitserreger weitergeben können und so immer weniger Erreger auf die gängigen Antibiotika ansprechen. Das BfR fordert daher, den Antibiotika-Einsatz bei Mensch und Tier auf das unbedingt notwendige Maß zu begrenzen. Hierzu hat die Bundesregierung extra eine deutsche Antibiotikaresistenzstrategie verabschiedet.

Literatur:
BfR.Deutsche Antibiotika-Resistenzsituation in der Lebensmittelkette – DARLink
BfR.Wissenschaftliche Bewertung der Ergebnisse des Resistenzmonitorings nach dem Zoonosen-Stichprobenplan 2009

Quelle: UGB-Forum 1/11, S. 46



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