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Allergien: Eigendiagnosen oft falsch

Fast jeder fünfte Amerikaner glaubt, an einer Lebensmittelallergie zu leiden.

wissenschaft aktuell

Wie viele Menschen reagieren auf Lebensmittel allergisch? Dazu befragte ein US-amerikanisches Forschungsteam 40.443 Erwachsene. Nach eigener Einschätzung litten 19 % der Befragten an einer Lebensmittelallergie, doch nur 10,8 % stuften die Wissenschaftler nach den Auskünften als wirkliche Allergiker ein. Rund die Hälfte gab an, eine schwere Immunreaktion aufgrund einer Lebensmittelallergie erlebt zu haben. Von den identifizierten Allergikern wiesen jedoch nur 47,5 % eine ärztliche Diagnose auf. Aus den Daten errechneten die Forscher, dass Erwachsene in den USA am häufigsten auf Schalentiere (2,9 %), Milch (1,9 %) und Erdnüsse (1,8 %) reagieren. Da fast jeder fünfte Amerikaner glaubt, an einer Lebensmittelallergie zu leiden, plädiert das Forscherteam für bessere Aufklärung und bestätigende Tests. Denn das grundlose Vermeiden bestimmter Lebensmittel schränke die Lebensqualität ein und könne zu Nährstoffmängeln führen. Andererseits bergen unentdeckte Allergien lebensbedrohliche Risiken.

Quelle: Julia Bansner/Hans-Helmut Martin. UGBforum 2/19, S. 94

Literatur:
Gupta RS et al (2019). Prevalence and Severity of Food Allergies Among US Adults. Jama Network Open. Doi:10.1001/jamanetworkopen.2018.5630