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Wofür benötigt der menschliche Organismus Wasser?

Zur Aufrechterhaltung nahezu aller Lebens- und Stoffwechselfunktionen ist der menschliche Organismus auf die regelmäßige Zufuhr von Wasser angewiesen.

Die Bedeutung des Wassers zeigt sich in einem Anteil von rund 70 % der fettfreien Körpermasse bei Mann und Frau - damit ist Wasser der Hauptbestandteil unseres Organismus. Es stellt das ideale Lösungs- und Transportmittel dar: Die Nahrungsbestandteile können in ihrer wasserlöslichen, resorbierbaren Form vom Blut (Wassergehalt etwa 83 %) aufgenommen und wie auch der lebensnotwendige Sauerstoff zu den Körperzellen transportiert werden. Von dort werden die Zwischen- und Endprodukte des Zellstoffwechsels über die Trägerflüssigkeiten Blut und Lymphe zu den Ausscheidungsorganen verbracht. Unerlässlich ist das Wasser ebenso für den Temperaturhaushalt, indem zunächst das strömende Blut die überhitzte Muskulatur kühlt, der bei weiterer Überwärmung Energie zur Verdunstung des Schweißes und damit Kühlung der Haut entzogen wird.
Basis der vielfältigen Funktionen des Wassers ist eine ausgeglichene Flüssigkeitsbilanz d.h. die Aufrechterhaltung eines dynamischen Gleichgewichts zwischen Wasseraufnahme und Wasserabgabe. Dazu benötigt der erwachsene Mitteleuropäer täglich ca. 2,5 l Wasser, die er über das Trinken, mit der Nahrung und als Oxidationswasser (endogen beim oxidativen Abbau der Nährstoffe vom Körper selbst erzeugt) erhält. Dem gegenüber steht ein entsprechend hoher Wasserverlust über den Harn, Lungen und Haut sowie die Fäzes. Damit ergibt sich zur Kompensation der unvermeidlichen Wasserverdunstung über Lungen und Haut sowie zur renalen Exkretion harnpflichtiger Substanzen ein minimaler Wasserbedarf von 1.5 l pro Tag. Dieser Bedarf erhöht sich bei sportlicher Aktivität, im Hochgebirge, beim Genuss von Alkohol und koffeinhaltigen Getränken, ballaststoffreicher Ernährung aber auch bei Durchfall, Erbrechen und Operationen.
Störungen im Wasserhaushalt bergen enorme Risiken für die Gesundheit, da lebenswichtige Körperfunktionen beeinträchtigt werden. Folge eines Wasserdefizits (z.B. infolge einer reduzierten Wasseraufnahme bei schwerkranken und alten Menschen, eines relativ hohen Wasserbedarfs bei Säuglingen, gesteigerter renaler Ausscheidung bei Diabetes, extrarenalen Flüssigkeitsverlusten durch Schwitzen etc.) ist eine hyperosmolare Dehydratation, die in eine Verringerung des Extrazellular- und Intrazellularvolumens mündet. Wird der Wassermangel nicht durch eine entsprechende Flüssigkeitsaufnahme behoben, treten charakteristische Symptome wie Durstfieber, Kollapsneigung, Verwirrtheit und Koma auf - an deren Ende der Tod steht.

Stand: 2007



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