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Wie setzt sich der menschliche Energieverbrauch zusammen?

Der menschliche Energieverbrauch lässt sich aus dem Grundumsatz und dem Leistungsumsatz ermitteln.

Unter dem Grundumsatz versteht man die Energiemenge, die der Körper in nüchternem Zustand bei völliger Ruhe und einer Umgebungstemperatur von 20 Grad Celsius zur Aufrechterhaltung der lebensnotwendigen Funktionen benötigt. Dazu zählen Herz- und Atemtätigkeit, Gehirnfunktionen, die Leistung der Drüsen, z.B. der Mundspeicheldrüse, und der glatten Muskulatur, z.B. in den inneren Organen. Der Grundumsatz ist abhängig von Alter, Geschlecht, Körperoberfläche bzw. -gewicht und der Körperzusammensetzung. Frauen haben einen um 10 Prozent niedrigeren Grundumsatz als Männer, da fettfreie Körpermasse mehr Energie verbraucht und Frauen genetisch bedingt einen höheren Fettanteil als Männer aufweisen. Als groben Richtwert für den Grundumsatz eines erwachsenen Mannes kann man von etwa 1 kcal pro kg Körpergewicht pro Stunde ausgehen. Für einen Mann mit einem Körpergewicht von 70 kg entspricht dies einem Wert von 1700 kcal pro Tag. Bei einer gleich schweren Frau beträgt der Grundumsatz nur 1530 kcal pro Tag. Im Alter sinkt der Grundumsatz, da Stoffwechselvorgänge langsamer ablaufen und sich die Körperzusammensetzung ändert. Besondere Stoffwechselsituationen wie Wachstum, Schwangerschaft, Stillzeit, Stress, Fieber und andere Krankheiten erhöhen hingegen den Grundumsatz.
Unter dem Leistungsumsatz versteht man alle Steigerungen des Energieverbrauchs über den Grundumsatz hinaus. Darunter fallen vor allem Muskelarbeit, die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur und die Energie zur Verdauung der Nahrung (nahrungsinduzierte Thermogenese). Der Leistungsumsatz ist somit stark abhängig von der individuellen Lebensweise. Körperlich schwer arbeitende Menschen haben einen hohen Leistungsumsatz, während Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit einen deutlich niedrigeren Energiebedarf aufweisen. Auch sportliche Betätigung erhöht den Energiebedarf, allerdings oft weniger als erhofft.
Die Energie, die der menschliche Körper braucht, wird ihm durch die Nahrung zugeführt. Die Hauptenergielieferanten sind Kohlenhydrate, Fett, Protein und Alkohol. Den Energiegehalt der Nahrung nennt man Brennwert, er wird in Joule (kJ) oder Kalorien (1 kcal = 4,187 kJ) gemessen. Die für den Körper verfügbaren Energiemengen betragen gerundet bei Kohlenhydraten 4 kcal, bei Fetten 9 kcal, bei Protein 4 kcal und bei Alkohol 7 kcal pro zugeführtes Gramm. Für die Berechnung des mittleren Energiebedarfs bei unterschiedlicher körperlicher Aktivität und für verschiedene Berufsgruppen wurde der PAL-Wert ("physical activity level") entwickelt. Dieser ergibt, multipliziert mit dem Wert des Grundumsatzes, die Richtwerte für die Energieaufnahme. So sollen sich Männer im Alter von 25 bis 51 Jahren durchschnittlich 2900 und Frauen 2300 Kilokalorien zuführen.
Die einfachste Möglichkeit festzustellen, ob man dem Körper zu viel oder zu wenig Energie zuführt, ist das regelmäßige Wiegen. Verändert sich das Körpergewicht über längere Zeit nicht, ist die Energiebilanz ausgeglichen. Nimmt man zu, wird dem Körper zu viel Energie zugeführt, während eine Gewichtsabnahme auf eine mangelnde Energiezufuhr schließen lässt.

Literatur:
Noack, R.: GU x PAL = EU: Neue Richtwerte für die Energieaufnahme - Eine Erläuterung. In: Ernährungs-Umschau 48 (6), S. 231-237, 2001
Hofmann, L.: Energie. In: aid-Verbraucherdienst 45 (12), S. 683-686, 2000
Thews, G. u.a.: Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie des Menschen. 5. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 1999
Deutsches Grünes Kreuz, Marburg (Hrsg.): Nachgefragt: Wie lässt sich der Energiebedarf eines Menschen ermitteln? In: Informationsdienst Ernährung - Forschung - Gesundheit 5 (7), S. 5-6, 1995
Brüggemann, I.: Wieviel Energie braucht der Mensch? In: aid-Verbraucherdienst informiert, Nr. 1235, Bonn, 1995

Stand: 2007



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