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Wie oft sollte man den Darm entleeren und warum ist dies auch bei alten Menschen wichtig?

Spätestens jeden zweiten Tag sollte der Darm entleert werden. Verweilt der Stuhl deutlich länger, steigt unter anderem das Risiko für die Entwicklung einer Divertikulose und Dickdarmkrebs.

Die "normale" Darmpassagezeit beträgt 24-28 Stunden. Erfolgt der Stuhlgang seltener als 2-3 mal die Woche spricht der Mediziner von einer Obstipation oder Verstopfung. Ursache einer Verstopfung können neben einer ballaststoffarmen Ernährung, mangelnde körperliche Bewegung, langjährige Unterdrückung des Entleerungsreizes, psychische Belastungen oder die Einnahme von Abführmitteln sein. Bei der Verstopfung ist der Stuhl oft zu hart und nur unter starkem Pressen abzu-setzen. Der hohe Pressdruck kann zu Unterleibsschmerzen, Völlegefühl und Kopfschmerzen führen. Auch das Risiko für Hämorrhoiden und Krampfadern steigt dadurch.
Eine regelmäßige (tägliche) Stuhlentleerung vermindert außerdem die Kontaktzeit von ungünstigen Bestandteilen wie z. B. Schadstoffen des Stuhls mit der Darmwand. Fehlen Ballaststoffe, die unter anderem für einen weichen, voluminösen Stuhl verantwortlich sind, werden Schadstoffe, Cholesterin oder sekundäre Gallensäuren nicht gebunden und können in Kontakt mit der Darmwand treten. Sekundäre Gallensäuren treten auf, wenn die verzehrte Fettmenge sehr groß ist. Die Leber produziert zur Emulgierung des Nahrungsfettes Gallensäuren, die sie mit der Galle in den Dünndarm abgibt. Nach getaner Arbeit transportiert der Organismus die Gallensäuren normalerweise (bis zu 4 mal) zur Leber zurück, so daß sie bei der nächsten fettreichen Mahlzeit wieder für die Emulgierung zur Verfügung stehen. Wird sehr viel Fett auf einmal verzehrt, schafft der Organismus jedoch den Rücktransport nicht mehr, so daß die Gallensäuren mit dem Stuhl in den Dickdarm gelangen. Dort können bestimmte Mikroorganismen die Gallensäuren zu sekundären Gallensäuren abbauen, die an der Entstehung von Dickdarm-krebs beteiligt sind. So ist neben einer fettreichen Ernährung auch eine ballaststoffarme Nahrung und eine lange Verweilzeit des Stuhls ein Risiko für Dickdarmkrebs.
Fehlt die Füllung im Dickdarm wird auch die Darmbewegung geringer; der Muskel Darm erschlafft und kann sackförmige Ausstülpungen soge-nannte Divertikel bilden. Treten zahlreiche Divertikel auf, spricht man von einer Divertikulose, die sich als Unterleibsschmerzen, Blähungen oder Durchfall äußern kann. Kommt es zur Entzündung der Divertikelwand (Divertikulitis) können Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder gar Fistelbildung und Blutungen die Folge sein.

Eine regelmäßige, möglichst tägliche Stuhlentleerung ist für die Darmgesundheit und das allgemeine Wohlbefinden wichtig. Trotzdem sollte der Stuhlgang nicht mit der Uhr kontrolliert werden. Sonst erfolgt der Griff zu Abführmitteln nur allzu schnell. Veränderungen in der Lebensweise oder auch eine ungewohnte Umgebung und Ernährung während eines Urlaubs können zu kurzzeitiger Verstopfung führen, die nicht bedenklich ist. Erst wenn die Verstopfung 6 Monate andauert, handelt es sich aus medizinischer Sicht um eine chronische Obstipation. Abführmittel bieten hier auf lange Sicht keine geeignete Ab-hilfe, da sich der Darm an sie gewöhnt und ohne sie gar nicht mehr in Schwung kommt. Besser ist es, zu natürlichen Mitteln zu greifen. Neben einer reichlichen Flüssigkeitszufuhr von etwa 2 Litern pro Tag sollten ballastoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Gemüse und Obst täglich auf dem Speisenplan stehen. Reicht dies nicht aus, bieten eingeweichter Leinsamen, Weizenkleie, milchsauer vergorene Lebensmittel, eingeweichte Backpflaumen oder verschiedene Obstsäfte sowie regelmäßige körperliche Bewegung weitere Möglichkeiten, die Darmentleerung zu fördern. Sind alle Maßnahmen erfolglos, sollte ein Besuch beim Arzt klären, ob eine andere Erkrankung die Ursache für die Verstopfung ist und was zu tun ist.

Stand: 2007

Weitere Informationen finden Sie hier:
Ernährung – individuell betrachtet
Ernährung für Senioren – Theorie und Praxis

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