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Was sind Cranberries?

Die Cranberry - oder auch Kranichbeere - ist ein vor allem in Nordamerika kultiviertes Beerenobst mit süß-säuerlichem Geschmack. Aufgrund ihres hohen Gehalts an sekundären Pflanzenstoffen wirkt sie günstig auf die Darmflora und gegen Harnwegsinfekte.

Cranberries gehören zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) und zur Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium). Ihr lateinischer Name ist Vaccinium macrocarpon, was übersetzt soviel bedeutet wie Kranichbeere oder großfrüchtige Moosbeere. Die Cranberry hat eine enge botanische Verwandschaft zur in unseren Gebieten wildwachsenden Preiselbeere (Vaccinium vitis ideae). Sie unterscheiden sich jedoch in Form und Farbe der Blüten und Früchte. So tragen Cranberriesträucher größere Früchte als Preiselbeersträucher und haben vierzählige Blüten mit zurückgeschlagenen Kronblättern. Cranberrie-Pflanzen sind kleine, am Boden rankende, immergrüne Pflanzen, die jährlich Früchte tragen. Das Fruchtfleisch ist fest, knackig und recht sauer.

Kultiviert werden sie hauptsächlich in Nordamerika und Kanada, da sich dort ihre idealen Standortbedingungen wiederfinden. Für ihr Wachstum benötigen Cranberries saure Humus- und Moorböden mit einem pH-Wert zwischen 4 bis 5, viel Wasser und ein Klima mit feucht-kühlen Sommern und milden Wintern. Je nach Sorte dauert die Reifung der Beeren zwischen 75 bis 100 Tage, so dass die Ernte in den Herbstmonaten September und Oktober stattfindet. Heute werden in den USA jährlich etwa 250.000 Tonnen Cranberries geerntet. Ein Großteil der Beeren wird anschließend weiterverarbeitet. Neben dem Saft, der aus 90 Prozent aller Früchte gewonnen wird, findet man Cranberries als Trockenfrüchte, in Gebäck, Gelees, Konfitüren, Saucen oder Suppen.

Ihre gesundheitsfördernde Wirkung verdanken die Beeren vor allem ihrem hohen Gehalt an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, wobei spezielle Proanthocyanide und kondensierte Tannine die Hauptrolle spielen. Besonders der Saft der Beeren wird aufgrund seiner antiviralen, bakteriziden und fungiziden Wirkstoffe erfolgreich gegen Blasenleiden und Harnwegsinfektionen eingesetzt. Die Gerbsäure Tannin hemmt dabei die Anhaftung von E. coli-Bakterien an die Zellen von Blase und Niere. Eine Studie der Harvard University von 1994 ergab, dass der tägliche Verzehr von 300 ml Cranberriesaft das Harnwegsinfektionsrisiko um 42 Prozent senken kann. Da die Wirkung etwa 10 Stunden anhält wird empfohlen, morgens und abends je 150 ml Cranberriesaft zu sich zu nehmen. Eine andere Studie hat ergeben, dass Cranberries auch Karies vorbeugend wirken, indem sie, ähnlich wie an den Harnwegswänden, das Anhaften der kariesfördernden Bakterien an Mundschleimhaut und Zähne hemmen.

Neben dem hohen Gehalt an Natrium, Kalium und Phosphor enthalten Cranberries etwa 11 mg Vitamin C je 100 g und wirken somit antioxidativ. Vermutet wird auch, dass die Proanthocyanide der Beeren Magengeschwüren vorbeugen, den LDL- und Gesamtcholesterinspiegel senken, gleichzeitig den HDL-Cholesterinspiegel im Blut erhöhen und somit Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken.

Die Cranberry ist ein in unseren Breitengraden noch sehr junges Beerenobst. Sie wird nur in wenigen Teilen Europas kultiviert, wie auf der Insel Teschelling in den Niederlanden oder in osteuropäischen Ländern, wie Polen. Die Cranberries, die in den zur Zeit auf unserem Markt erhältlichen Produkten verarbeitet sind, stammen daher aus Nordamerika oder Kanada.

Anbieter ökologischer Lebensmittel bieten Cranberries in Form von Säften, Müsliriegeln und Trockenfrüchten an. In größeren Supermärkten sind sie ebenfalls als getrocknetes Obst, Saft, als Bestandteil von Müslis oder Früchteriegeln erhältlich. Auch über das Internet können sie Cranberryprodukte erwerben. Auf der Homepage www.hunterhilsberg.com finden sie zahlreiche Produkte, von Trockenfrüchten, über Sekt und Konfitüren bis hin zu Muffinsbackmischungen.
Wem die ewige Sucherei nach der kugeligen Frucht zu lange dauert, kann sie sich auch selbst ziehen. Auf kalkarmen, luftdurchlässigen, mäßig feuchten Böden, Sand oder Torf gedeihen sie auch im eigenen Garten. Cranberry-Setzlinge erhalten sie in vielen Gärtnereifachgeschäften.

Quellen:
Herrmann, K.: Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse. S. 33-35, Ulmer, Stuttgart 2001
Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. S. 264-267, Thieme, Stuttgart 1997
Liebster, G.: Warenkunde Obst und Gemüse. S. 92-94, Walter Hädecke Verlag, Weil der Stadt 1991
N.N. Cranberries - die roten Beeren aus Amerika: nährstoffreich und gesundheitsfördernd. Nutriinfo vom 18.03.2004, www.nutriinfo.de/artikeldetails.php?aid=1941&PHPSESSID=dfa29cb04e62cf165ecbb6533360ad0f (eingesehen am 01.08.2005)
Avorn, J.et.al. Reduction of bacteriuria and pyuria after ingestion of cranberry juice. The Journal Of American Medical Association vom 09.03.1994, jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/271/10/751?maxtoshow=&HITS=10&hits=10&RESULTFORMAT =&fulltext=Reduction+of+bacteriuria+and+pyuria+after+ingestion+of+cranberry+juice&searchid =1123051087301_3&stored_search=&FIRSTINDEX=0&journalcode=jama (eingesehen am 03.08.2005)
Steinberg, D.et.al. Effect of a high-molecular-weight component of cranberry on constituents of dental biofilm. Journal of Antimicrobial Chemotherapy vom 26.05.2004, jac.oxfordjournals.org/cgi/content/full/54/1/86 (eingesehen am 03.08.2005)
N.N. Cranberries. Leipner-Gourmetlexikon vom 12.08.2005, www.leipner-selektion.de/rezepte/gourmetlexikon_C.htm (eingesehen am 15.08.2005)
N.N Cranberry. Wilhelm Dierking Beerenobst, (eingesehen am 15.08.2005)

Stand: 2007

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