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Worauf sollten Nickelallergiker bei ihrer Ernährung achten?

Nur wenn nachgewiesen ist, dass Nickelallergiker auch auf Lebensmittel reagieren, sollten sie eine nickelarme Kost ausprobieren. Da das Metall in zahlreichen Lebensmitteln enthalten ist, muss die Versorgung mit Nähr- und Ballaststoffen beobachtet werden. Eine Nickelallergie zählt zu den häufigsten Kontaktallergien und löst meist Reaktionen an der Haut aus. Bei stark sensibilisierten Allergikern kann auch Nickel aus Lebensmitteln Probleme bereiten. Die Metallionen selbst wirken zwar nicht allergen, bilden jedoch im Körper mit Proteinen Komplexe, welche die allergische Reaktion auslösen können.

Nickel kommt in zahlreichen Lebensmitteln wie Getreide, Hülsenfrüchten, Gemüse, Nüssen und fettreichen Milchprodukten vor. Eine nickelarme Diät bringt daher erhebliche Einschränkungen mit sich. Auf nickelreiche Lebensmittel sollten Allergiker deshalb nur verzichten, wenn bei ihnen durch eine nickelarme Diät und anschließende Provokation eine Reaktion sicher nachgewiesen wurde. Liegt eine oral auslösbare Nickelallergie vor, muss jeder einzelne ausprobieren, wie viel Nickel er verträgt.
Ganz vermeiden lässt sich das weit verbreitete Metall nämlich nicht. Um die Nickelaufnahme gering zu halten, sollten Lebensmittel mit einem Nickelgehalt von über 100 Mikrogramm pro 100 Gramm nicht in größeren Mengen gegessen werden. Hierzu zählen alle Getreide, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Pellkartoffeln, Nüsse, Samen, einige Gemüsesorten, Schokolade, Innereien, Schalentiere, Bier, Wein und anderes mehr. Der Nickelgehalt der Lebensmittel ist abhängig von den Anbaubedingungen, der Region sowie dem Alter der Pflanzen und kann erheblich schwanken. Da Nickel in Getreide, Kartoffeln, Obst und Gemüse vorwiegend in der Schale gespeichert wird, kann das Schälen dieser Lebensmittel die Zufuhr verringern. Eine nickelarme Kost muss bei entsprechender Sensibilisierung ein Leben lang eingehalten werden. Wegen der eingeschränkten Lebensmittelauswahl sollte die Zufuhr an B-Vitaminen, Folsäure, Magnesium, Kalium und Ballaststoffen kontrolliert und gegebenenfalls ergänzt werden.
Auch durch entsprechende Zubereitung der Speisen lässt sich die Nickelaufnahme senken. So sollten Wasserkocher mit freiliegender Heizspirale gemieden, saure Lebensmittel wie Rhabarber oder Spinat nur in nickelfreien Töpfen zubereitet und Kaffee lieber von Hand als mit der Kaffeemaschine aufgebrüht werden. Bei alten Hausleitungen kann zudem das Trinkwasser erhöhte Nickelmengen aufweisen.

Literatur:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (Hrsg.) Arbeitsgruppe „Diätetik in der Allergologie“. Ernährungstherapie bei Lebensmittel-Unverträglichkeiten. DGEinfo Sonderausgabe 9, 2007
Hofmann L. Nickelallergie. Ernährung im Fokus 3, 124-127, 2010
Meints C. Nickel in Lebensmitteln. Ursache für Hautekzeme. Diplomarbeit, Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, 2005
N.N. Allergieinfo: Nickelallergie – der Nickelgehalt in Lebensmitteln findet oft keine Beachtung.

Quelle: UGB-Forum 5/11, S. 252

Foto: DAK

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