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Ist Krillöl für die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren zu empfehlen?

Krillöl wird aus antarktischen Minikrebsen gewonnen und wegen des hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Aus gesundheitlicher und ökologischer Sicht ist die Verwendung von Krillöl jedoch umstritten.

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Krillöl wird überwiegend aus dem antarktischen Krill (Euphausia superba) hergestellt. Diese bis zu sechs Zentimeter großen Minikrebse sind Teil des Planktons und enthalten ebenso wie Fische Omega-3-Fettsäuren. Wegen dieser Fettsäuren wird Krillöl als Nahrungsergänzung angeboten. Die Hersteller versprechen, dass es wie Fischöl vor erhöhten Cholesterinwerten, entzündlichen Erkrankungen, Menstruationsbeschwerden und sogar Heuschnupfen schützt. Es soll sogar noch besser als Fischöl wirken, weil die Fettsäuren besser verfügbar seien und das Öl zusätzlich Antioxidanzien aus dem roten Farbstoff des Krills enthalte.

Omega-3-Fettsäuren sind als Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) in Fisch und Meerestieren, als konjugierte Linolsäuren in Fleisch und Milch von Weidetieren und in pflanzlichen Ölen – hauptsächlich in Lein- und Rapsöl – als alpha-Linolensäure (ALA) enthalten. Bislang gilt nur die alpha-Linolensäure als essenziell, weil der Körper diese in geringem Umfang in EPA und anschließend in DHA umwandeln kann. Die DACH-Referenzwerte empfehlen 0,5 Prozent der täglichen Kalorien durch Omega-3-Fettsäuren (ALA) aufzunehmen. Das entspricht bei einer Gesamtaufnahme von 2400 Kilokalorien (kcal) etwa 1,3 Gramm ALA, die zum Beispiel in einem Esslöffel Rapsöl enthalten sind. Auch regelmäßig Leinöl und Walnussöl oder Walnüsse auf dem Tisch bieten ausreichend ALA. Da die Omega-3- mit den Omega-6-Fettsäuren um die Aufnahme konkurrieren, kommt es auch darauf an, keine großen Mengen Sonnenblumen-, Soja- oder Maiskeimöl bzw. damit hergestellte Produkte aufzunehmen. Wer zudem regelmäßig fetten Fisch isst, benötigt darüber hinaus keine Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel. Auch für die Zufuhr an Antioxidanzien gibt es bessere Quellen als Krillöl. Krillöl enthält zwar reichlich von dem roten Farbstoff Astaxanthin, Obst und Gemüse wird aber in deutlich größeren Mengen gegessen. Aus ökologischer Sicht sind Krillöl-Kapseln ebenfalls nicht empfehlenswert. Die Krebse sind wichtige Nahrungsgrundlage für Pinguine, Robben, Fische und Wale und ohnehin schon durch den Klimawandel und die kommerzielle Nutzung als Fischfutter für Aquakulturen gefährdet.

Literatur

  • EFSA (Hrsg.) EPA/DHA/DPA related health claims. EFSA Journal 8(10), 1796 www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/doc/1796.pdf
  • Engelbrecht T. Krill-, Robben- und Fischöle als Quelle für Omega-3-Fettsäuren nicht notwendig und ökologisch bedenklich. www.oceancare.org/de/downloads/Fischerei/Artikel_Omega-3_lang.pdf (Stand 06.06.2013)
  • Ulven SM et al. Metabolic effects of krill oil are essentially similar to those of fish oil but at a lower dose of EPA and DHA in healthy volunteers. Lipids 46(1), 37–46, 2011

Quelle: UGB-FORUM 4/13, S. 200

Stand: 2013

Foto: Schlierner/Fotolia.com



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