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Ist Kräutertee giftig?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in verschiedenen Tees den gesundheitsschädlichen Pflanzenstoff Pyrrolizidin gefunden. Die Ergebnisse sind jedoch erst vorläufig und das Risiko muss in weiteren Untersuchungen bestätigt werden.

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In den Medien kursieren momentan Meldungen über giftige Kräutertees. Grund dafür ist die Veröffentlichung von ersten, nicht repräsentativen Ergebnissen eines Forschungsprojektes des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Die Forscher haben in verschiedenen Tees hohe Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden gefunden. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die der Pflanze als Schutz vor Fraßfeinden dienen. Pyrrolizidine können möglicherweise die Leber schädigen, Krebs verursachen und das Erbgut in den Zellen angreifen. Eine krebserzeugende Wirkung ist bisher allerdings nur im Tierversuch nachgewiesen.Wieviel Pyrrolizidinalkaloide eine Pflanze enthält, unterliegt sehr starken Schwankungen je nach Pflanze und Pflanzenteil. Vor allem Raublattgewächse (Boraginaceaen), Korbblütler (Asteraceaen) und Hülsenfrüchtler (Fabaceaen) können den sekundären Pflanzenstoff enthalten. Das BfR hat verschiedene Tees untersucht. Darunter schwarzer, grüner und Rooibuschtee sowie Tee aus Fenchel, Kamille, gemischten Kräutern, Pfefferminz, Brennnessel und Melisse. Bei 88 Prozent der Proben lag mindestens ein von 17 untersuchten Pyrrolizidinalkaloiden über der Nachweisgrenze. Bei Fencheltee wurden die Forscher in 57 Prozent der Proben fündig.

Der Bericht des BfR liest sich allerdings deutlich weniger dramatisch, als einige Meldungen das glauben lassen. So hält das Bundesinstitut eine akute Gesundheitsgefährdung durch Kräutertee bei kurzfristiger Aufnahme für unwahrscheinlich. Nur bei regelmäßigem Konsum in hohen Mengen ist eine gesundheitliche Beeinträchtigung möglich. Hohe Mengen sind etwa ein Liter stark belasteter Tee pro Person und Tag. Verbraucher können sich vor dem Pflanzenstoff schützen, in dem sie Abwechslung und Vielfalt in den Teegenuss bringen und öfter Hersteller und Sorte wechseln. Es gibt keine eindeutig unbedenkliche Sorte, da die Gehalte auch in der gleichen Teesorte stark variieren. Nicht nur Kräuter-, sondern auch schwarzer und grüner Tee waren belastet. Wobei Fenchel- und grüner Tee eher geringere Werte an Pyrrolizidinalkaloiden aufwiesen, während Kamillen- und Melissentee tendenziell höhere Werte hatten. Die Ergebnisse der Studie sind zunächst als vorläufig einzustufen. In weiteren Untersuchungen muss herausgefunden werden, wie die hohen und teilweise stark schwankenden Gehalte zustande kommen. Vermutet wird, dass pyrrolizidinhaltige Wildkräuter die Teemischungen verunreinigt haben. Sorgfalt während Anbau und Ernte kann zur Reduzierung der Gehalte beitragen. Auch die Hersteller haben den Auftrag, verstärkt auf die Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden zu achten.

Literatur

  • EFSA (Hrsg.) EFSA bewertet Auswirkungen von Pyrrolizidinalkaloiden in Lebens- und Futtermitteln auf die Gesundheit. www.efsa.europa.eu/de/press/news/111108a.htm (Stand 19.08.13)
  • BfR (Hrsg.) Pyrrolizidinalkaloide in Kräutertees und Tees. www.bfr.bund.de/cm/343/pyrrolizidinalkaloide-in-kraeutertees-und-tees.pdf (Stand 19.08.13)
  • BfR (Hrsg.) Fragen und Antworten zu Pyrrolizidinalkaloiden in Lebensmitteln. www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-pyrrolizidinalkaloiden-in-lebensmitteln.pdf (Stand 19.08.13)

Quelle: UGB-FORUM 5/13, S. 252

Stand: 2013



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