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Wie ist Kokoswasser zu bewerten?

Das aus jungen Kokosnüssen gewonnene Getränk enthält zwar reichlich Mineralstoffe, ist jedoch, anders als die Hersteller versprechen, nicht zur Regeneration und Rehydratation beim Sport geeignet.

Wer schon einmal in den Tropen war, kennt vielleicht das kühle, erfrischende Getränk, das meist direkt aus dicken, grünen Kokosnüssen getrunken wird. Bis zu 800 Milliliter Flüssigkeit können sich in den unreif geernteten Nüssen befinden. Kokoswasser schmeckt leicht süßlich und im Gegensatz zu der Flüssigkeit in ausgereiften Kokosnüssen kaum nach Kokos. Es ist auch nicht zu verwechseln mit Kokosmilch, die aus dem Fruchtfleisch der reifen Nuss gewonnen wird. Die klare Flüssigkeit besteht größtenteils aus Wasser, enthält einige Kohlenhydrate und B-Vitamine, kaum Eiweiß und Fett, dafür reichlich Mineralstoffe, vor allem Kalium, Magnesium, Natrium und Phosphor. Wegen ihres Mineralstoffreichtums wird Kokoswasser hierzulande als optimales Sportlergetränk sowie zur Unterstützung der Nieren-, Leber- und Herzfunktion beworben. Zudem soll das in Tetrapak oder Glasflaschen angebotene, pasteurisierte Getränk die Harnproduktion und so die Ausscheidung von Giftstoffen fördern.
Doch Kokoswasser ist gerade wegen seines hohen Mineralstoffgehalts für Hochleistungssportler während und nach dem Sport nicht zu empfehlen. Denn der hohe Kaliumgehalt von rund 2500 Milligramm pro Liter kann bei Hochleistungssportlern zu Herzproblemen führen. Der Magnesiumgehalt ist mit bis zu 250 Milligramm pro Liter für ein Sportgetränk ebenfalls zu hoch und kann Darmkrämpfe oder Durchfall hervorrufen. Für Hochleistungssportler werden maximal 100 Milligramm Magnesium pro Liter Getränk empfohlen. Auch Breitensportler decken ihren Flüssigkeitsverlust besser mit einem isotonen Getränk wie einer Fruchtsaftschorle.
Ob Kokoswasser die Nieren-, Leber- und Herzfunktion sowie die Ausscheidung von Giftstoffen fördert, ist durch Studien nicht ausreichend belegt. Auch als Ersatz für Milch bei Lactoseintoleranz und Milcheiweißallergie eignet es sich weniger. Von den vier typischen Inhaltsstoffen der Milch (Eiweiß, Calcium, die Vitamine B2 und B12) enthält es lediglich Calcium in vergleichbarer Menge. Da Kokosnüsse oder das daraus gezapfte Wasser über weite Strecken transportiert werden müssen, ist Kokoswasser hierzulande auch aus ökologischen Aspekten in Frage zu stellen. In den Anbauländern der Kokospalme stellt es jedoch ein naturbelassenes, erfrischendes Getränk dar.

Literatur:
Martins A, Chomist H. Effect of Tender Coconut Water as Rehydration Drink on Cardiopulmonary Fitness for Joggers, 2003
www.dr-martins.at
www.kulau.de
UGB (Hrsg.) UGB-Forum spezial: Ernährung & Sport - top versorgt. UGB-Verlag, Wettenberg 2009

Quelle: UGB-Forum 4/11, S. 200-201

Foto: yellowj/Fotolia.com



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