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Ist die Warnung vor dem Fuchsbandwurm noch aktuell?

Früher warnten Experten davor, unerhitzte Beeren oder Pilze aus dem Wald zu essen. Eine Infektion über die Eier des Fuchsbandwurms schien möglich. Da bislang kein Fall bekannt ist, bei dem sich jemand über Waldfrüchte angesteckt hat, geben Biologen heute Entwarnung.

Jedes Jahr erkranken rund zwanzig Menschen in Deutschland an der Fuchsbandwurmerkrankung. Der kleine Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der vorwiegend beim Fuchs, aber auch bei Hunden und Katzen vorkommt. Die Eier des Bandwurms werden über den Kot ausgeschieden und können so von Zwischenwirten aufgenommen werden. In erster Linie sind das kleine Nagetiere wie Mäuse. In seltenen Fällen kann auch der Mensch als Zwischenwirt fungieren. Doch nur 20 Prozent der Personen, die Fuchsbandwurmeier geschluckt haben, bekommen Beschwerden. Offenbar ist ein hoher Anteil der Bevölkerung resistent gegen die Bandwurmeier. Nistet sich der Parasit jedoch in der Leber des Menschen ein, kommt es meist zu schweren Schäden, die bis zum Tod führen können.

Hochburgen für den kleinen Fuchsbandwurm sind die Mittelgebirge in Süddeutschland, wie die schwäbische Alb, die Alb-Donau-Region, Oberschwaben und das Allgäu. Im übrigen Bundesgebiet tritt der Bandwurm nur sporadisch auf. Da sich Füchse jedoch immer mehr ausbreiten, unter anderem auch in den Städten, vermuten Experten einen Anstieg der Erkrankungen. Auch wenn die Ansteckungsgefahr für den Menschen gering ist, sollte der Kontakt mit Fuchskot vermieden werden. Einer Untersuchung zufolge haben vor allem Jäger, Landwirte und Hundebesitzer ein erhöhtes Risiko. Sie können sich durch den direkten Kontakt mit infizierten Füchsen anstecken oder durch häufigen Umgang mit feuchter Erde, in der sich die Bandwurmeier lange halten können. Hunde und seltener Katzen, die infizierte Mäuse gefressen haben, können ebenfalls den Parasiten ausscheiden. Sie sollten daher regelmäßig mit einem wirksamen Mittel entwurmt werden. Fuchsbandwurmeier werden erst bei Temperaturen von 60 °C abgetötet. Auch das Einfrieren mit haushaltsüblichen Methoden schadet den Eiern nicht. Lange Zeit galten daher rohe Beeren, Kräuter oder Pilze aus dem Wald als mögliche Ansteckungsquelle. Mittlerweile halten Experten eine Infektion über Waldfrüchte jedoch für nahezu ausgeschlossen. Denn bislang ist kein einziger Fall bekannt, bei dem sich Sammler angesteckt haben. Es ist dennoch zu empfehlen, sich nach Arbeiten im Freiland gründlich die Hände zu waschen und gesammelte Beeren, Kräuter und Pilze mit Wasser zu reinigen.

Literatur:
BAYERISCHES LANDESAMT FÜR GESUNDHEIT UND LEBENSMITTELSICHERHEIT. Der Fuchsbandwurm. www.lgl.bayern.de/gesundheit/fuchsbandwurm.htm (eingesehen am 21.04.2008)

EUROPÄISCHES ECHINOKOKKOSE REGISTER. www.uni-ulm.de/echinokokkose/html/informationen.html (eingesehen am 21.04.2008)

REGIERUNGSPRÄSIDIUM STUTTGART. Der Kleine Fuchsbandwurm. www.gesundheitsamt-bw.de/servlet/PB/show/1181036/der%20kleine%20fuchsbandwurm050513.pdf (eingesehen am 21.04.2008)

ROBERT KOCH INSTITUT (Hrsg.) Epidemiologie der Fuchsbandwurmerkrankungen in Deutschland. Epidemiologisches Bulletin 15, 115-117, 13.04.2006

Stand: 2008



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