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Ist salzreduziertes Salz empfehlenswert?

Während normales Kochsalz aus Natriumchlorid besteht, verbirgt sich hinter "salzreduziertem" Salz Kaliumchlorid. Bei einer gesunden und damit salzarmen Ernährung ist das leicht metallisch und bitter schmeckende Ersatzsalz jedoch auch für Blutdruckkranke nicht nötig.

Natrium erfüllt im menschlichen Körper einige lebenswichtige Funktionen. Gemeinsam mit Chlorid ist es ein wichtiger Bestandteil des Blutes und der Zellflüssigkeit. Über Brot, Fleisch, Wurstwaren, Milch, Käse, Gemüse, Hülsenfrüchte und Pilze nehmen wir ausreichend Natrium auf. Die durchschnittliche tägliche Salzzufuhr liegt bei etwa sechs bis acht Gramm und damit bei den meisten Menschen nicht wesentlich über der Empfehlung von maximal sechs Gramm. Eine salzarme Ernährung wird vor allem Personen mit Bluthochdruck empfohlen. Tatsächlich reagieren einige Menschen auf eine hohe Natriumchloridaufnahme mit erhöhtem Blutdruck. Etwa die Hälfte ist aber nicht salzsensitiv, das heißt, bei ihnen wirkt sich eine Verringerung der Kochsalzaufnahme nicht direkt auf den Blutdruck aus. Allerdings schadet eine salzreduzierte Kost auch nicht. Vielmehr gibt es Hinweise, dass eine natriumreduzierte Kost vor Herzerkrankungen schützen könnte. Ein spezieller Kochsalzersatz aus Kaliumchlorid wie er in Fachgeschäften und Reformhäusern angeboten wird, ist hierfür jedoch nicht unbedingt nötig. Bluthochdruckpatienten sollten zum Würzen lieber auf reichlich Kräuter, Gewürze und (salzfreie) Gewürzmischungen zurückgreifen. Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz können kaliumhaltige Ersatzsalze sogar gefährlich werden, da hier die Fähigkeit zur Kaliumausscheidung vermindert ist und somit eine Hyperkaliämie entstehen kann.

Ansonsten ist eine kaliumreiche Ernährung eher günstig. Studien zeigen, dass eine ausreichende Versorgung mit Kalium, Magnesium und Calcium den Blutdruck positiv beeinflusst. Darauf baut auch die so genannte DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) auf, die reichlich Obst und Gemüse, Vollkorn sowie fettarme Milchprodukte zur Behandlung von Bluthochdruck empfiehlt.

Nadja Graßmeier/Wiebke Franz

Literatur:
Cook N et al. Long term effects of dietary sodium reduction on cardiovascular disease outcomes: observational follow-up of the trials of hypertension prevention (TOHP). BMJ 334 (28), 885-92, 2007
Max Rubner-Institut (Hrsg.) Nationale Verzehrsstudie II-Ergebnisbericht, Teil 2: Die bundesweite Befragung zur Ernährung von Jugendlichen und Erwachsenen. Karlsruhe 2008
Wexler R, Aukerman G. Nonpharmacologic strategies for managing hypertension. Am. Fam. Physician. 73 (11),1953-9, 2006

Stand: 2011



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