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Gibt es Ernährungsempfehlungen bei Weichteilrheumatismus?

Unter Weichteilrheumatismus versteht man verschiedene Schmerzkrankheiten, die Muskeln, Sehnen und Bindegewebe betreffen. Es gibt Hinweise, dass Fasten, Rohkost und eine vegetarische Ernährung mit Fisch günstige Effekte haben.

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Der Begriff Weichteilrheumatismus ist nicht genau definiert. Er dient als Bezeichnung für Schmerzerkrankungen, die nicht die Gelenke, sondern das Weichteilgewebe, wie Muskeln, Sehnen sowie das Binde- und Fettgewebe betreffen. Die teilweise erheblichen Druckschmerzen können an allen Körperteilen auftreten. Einheitliche Ernährungsempfehlungen existieren nicht. Erfahrungen zeigen jedoch, dass Fasten einen günstigen Einfluss ausüben kann. Durch Einläufe und diätetische Entlastungstage kann der Schmerz zurückgehen. Nach dem Fasten raten Fastenärzte zu reichlich Rohkost. Ihrer Erfahrung nach hat eine frischkostreiche, vorwiegend pflanzliche Nahrung die geringste Tendenz, Schmerzen im Gewebe zu verursachen.

Allgemein kann es bei Rheuma sinnvoll sein, den Verzehr von Fleisch, Milch und Eiern einzuschränken oder weitgehend zu meiden. Denn die tierischen LebensmitteI enthalten reichlich Arachidonsäure. Diese Fettsäure ist eine Ausgangssubstanz für Eicosanoide, die Entzündungen im Körper verstärken können. Auch aus der Omega-6-Fettsäure Linolsäure wird im Körper Arachidonsäure gebildet. Daher ist es günstig Omega-6-Fettsäuren in einem Verhältnis von 3:1 zur Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure aufzunehmen. Erstere stecken vor allem in Sonnenblumen- oder Distelöl. Lein-, Walnuss- und Rapsöl sind wegen ihres Omega-3-Fettsäuregehalts dagegen deutlich günstiger.
Eine entzündungshemmende Wirkung werden auch der in Fischen und Meeresfrüchten vorkommenden Eicosapentaensäure (EPA) und der Docosahexaensäure (DHA) zugeschrieben. Rheumatikern wird empfohlen, etwa 900-1000 Milligramm EPA pro Tag zu verzehren. Diese Menge ist beispielsweise in 200 Gramm Wildlachs enthalten. Auch Hering, Makrele, Lachs und Thunfisch liefern nennenswerte Mengen. Ein erhöhter Fischverzehr ist allerdings aus ökologischen Gründen problematisch.

Rheumapatienten können durch die Aufnahme von reichlich Vitaminen und Mineralstoffen ihren antioxidativen Status stärken. Wichtig sind dabei Vitamin C, Vitamin E, Selen, Zink und sekundäre Pflanzenstoffe. Verschiedene Rheumamedikamente können eine Osteoporose begünstigen. Daher sollte die Ernährung reich an knochenschonenden basischen Valenzen aus Gemüse sowie an Calcium sein. Bei der Beratung muss berücksichtig werden, dass Betroffene starke Schmerzen haben können und das Einkaufen ebenso wie das Zubereiten und Kauen vollwertiger Kost problematisch sein kann.

Literatur

  • Blumenschein B. Ernährung und Rheuma, Ernährung im Fokus 12/1,S. 60-65, 2012
  • Lischka E. Rheuma: Fasten bringt Linderung, UGB-Forum 3, S. 137-140, 2008
  • Pera S, Eckelmann N. Gegen Rheuma ist (k)ein Kraut gewachsen. UGB-Forum Spezial: Ernährungstherapie – gut informiert, S. 32-35, 2013

Quelle: UGB-FORUM 5/13, S. 252

Stand: 2013

Foto: DAK/Diercks

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