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Nutzt eine extra Zufuhr von Arginin?

Arginin ist eine semi-essenzielle Aminosäure, deren Bedeutung in Prävention und Therapie diskutiert wird. Die übliche Ernährung enthält jedoch ausreichend Arginin, eine zusätzliche Zufuhr ist für Gesunde nicht nötig.

arginin

Arginin zählt mit ihren vier Stickstoffatomen zu den stickstoffreichen Aminosäuren und ist für das Stickstoffgleichgewicht im Körper von Bedeutung. Die durchschnittliche tägliche Zufuhr liegt in Mitteleuropa zwischen zwei und sechs Gramm. Reich an Arginin sind Nüsse, Hülsenfrüchte, Soja, Mais, Reis und rotes Fleisch. Etwa zwei Gramm bildet der Körper täglich selbst innerhalb des Harnstoffzyklus der Nieren. Eine echte Unterversorgung ist nicht bekannt, es gibt aber einen krankheitsspezifischen relativen Mangel, beispielsweise bei erhöhtem Serumcholesterin, Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes. Arginin ist unter anderem für die körpereigene Synthese von Stickstoffmonoxid (NO) von Bedeutung. Stickstoffmonoxid wird bei Bedarf enzymatisch aus Arginin gebildet. Zahlreiche Studien zeigen, dass Stickstoffmonoxid die Blutgefäße weitet, die Rückresorption von Natrium und Wasser in die Gefäße verringert und so den Blutdruck senkt. Damit spielt Arginin eine besondere Rolle in der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In Studien mit bereits erkrankten Personen senkte die Gabe von Arginin außerdem das Serum-Cholesterin, reduzierte oxidativen Stress und verbesserte die Wundheilung. Studien, die die Wirkung von Arginin auf Typ-2-Diabetes untersuchten, stellten zudem eine verbesserte Insulinsensitivität der Zellen fest. Zudem gibt es Hinweise zur positiven Beeinflussung von Osteoporose und Erektionsstörungen. Bei den Studien erhielten die Probanden zwischen fünf und neun Gramm Arginin, manche Forscher setzten bis zu 25 Gramm täglich ein. Um einem relativen Mangel an Arginin bzw. Stickstoffmonoxid und damit den besagten Krankheiten vorzubeugen, reicht jedoch eine Zufuhr von circa 1,5 Gramm am Tag. Dieser Wert kann über Lebensmittel gut erreicht werden. Nur bei bestimmten Erkrankungen oder in hohem Alter kann die Arginin-Aufnahme zu gering sein. Dann sollte versucht werden, die Zufuhr über eine gezielte Ernährung zu verbessern.

Sehr beliebt ist die Aminosäure als Eiweißkonzentrat derzeit in der Sportlerszene. Dort setzt man auf die vermehrte Ausschüttung anaboler Wachstumshormone durch Arginin. Studien lassen jedoch keine Zunahme der Muskelmasse, Kraft oder Leistung durch die Einnahme von argininreichen Supplementen erkennen.


Literatur:
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Suchner U, Heyland DK, Peter K (2002). Immune-modulatory actions of arginine in the critically ill. In: British Journal of Nutrition, Suppl. 1, 121-132

Quelle: UGBforum 5/15, S. 252

Stand: 2015

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